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Salem S-Ray 007 wird durchgeschüttelt

15.02.2008
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Zwei Wochen lang mutete der Ostflügel des Salemer Gewerbeparks wie ein Mini-Hangar an. Durch die Fensterverglasungen der Halle winkten Passanten die Flügel der S-Ray 007 entgegen, einem Amphibienflugzeug von Iren Dornier, das vergangenes Jahr in Friedrichshafen seinen Erstflug absolviert hat. Jetzt wurde es von dem Salemer Ingenieurbüro ISMB Forster GmbH einem Standschwingtest, einer zusätzlichen Sicherheitsprüfung, unterzogen.

Salem (as) Die S-Ray 007, ein einmotoriger Zweisitzer, wurde in der Iren Dornier, einem Enkel des legendären Flugzeugbauers Claude Dornier, gehörenden Firma "Dornier Technologie" in Uhldingen-Mühlhofen entwickelt. Vorbild für die "S-Ray 007" war Claude Dorniers Kleinflugboot mit dem Namen "Libelle". Doch während die "Libelle" aus dem Jahr 1922 ein reines Flugboot war, ist die S-Ray 007 ein Amphibienflugzeug, das zu Wasser und zu Lande starten und landen kann. Seinen Erstflug im vergangenen Jahr hat es bravourös bestanden.

Doch damit ist bei einem Flugzeug, wie man erst jüngst beim neuen König der Lüfte, dem A 380, wieder sehen konnte, noch längst nicht die Garantie für perfekte Sicherheit gegeben. Möglichen Schwachstellen bei der S-Ray 007 ist die Firma ISMB (Ingenieurbüro für Strukturdynamik, Messung und Berechnung) jetzt durch eine so genannte Modalanalyse nachgegangen. "Dabei geht es um die Darstellung von Schwingungen, die beim Flug an dem Flugzeug entstehen können", erklärt Roman Forster, promovierter Festkörperphysiker und Chef der Firma ISMB, die seit sechs Jahren ihren Sitz im Salemer Gewerbepark hat und unter anderem so renommierte Unternehmen wie EADS, ZF und Zeppelin Luftschifftechnik zu ihrem Kundenkreis zählt.

Auf dem Prüfstand der Firma ISMB muss die S-Ray 007 einiges aushalten. Da fangen die Flügel und Leitwerke schon mal ordentlich zu flattern an. Mit Schwingungserregern können verschiedene Flugsituationen simuliert werden. Dafür stehen über 200 Messkanäle zur Verfügung. Mit den zahlreichen durch Saugnäpfe am Flugzeugkörper befestigten Sensoren und dem Kabellabyrinth, das zu einem Computer führt, sieht die S-Ray 007 aus wie ein Schwerkranker auf der Intensivstation. Doch es gibt einen gravierenden Unterschied: Anders als das Personal auf einer Intensivstation müssen sich die Spezialisten bei ISMB erst einmal möglicherweise auftretende "Krankheitssymptome" ausdenken.

"Das verlangt Erfahrung und auch eine gute Portion Phantasie", erklärt Roman Forster. Und dahinter steht ein hohes Maß an Verantwortung. Denn wie ein Baustatiker beim Einsturz eines Gebäudes zur Rechenschaft gezogen wird, so stehen auch die Physiker und Versuchsingenieure in der Pflicht, wenn eines ihrer getesteten Flugzeuge vom Himmel fällt. Vor allem geht es darum, Eigenfrequenzen des Flugzeugs zu bestimmen, die in gewissen Flugsituationen auftreten könnten. Würde es nämlich zu Eigenschwingungen bei diesen Frequenzen kommen, so würde dies den sicheren Absturz bedeuten.

Das ist etwa so, wie wenn eine Kolonne Soldaten beim Überqueren einer Brücke genau deren Schwingungsfrequenz trifft. Das würde das Bauwerk zum Einsturz bringen.

Ein unbedingtes Muss wären diese Tests bei der S-Ray 007 nicht gewesen. Denn eine Vorabanalyse der Schwingungen wurde bereits aus den Konstruktionsdaten erstellt. "Doch Iren Dornier", so Roman Forster, "wollte in punkto Sicherheit auf Nummer sicher gehen." Zudem soll mit diesen Tests die Zulassung der S-Ray 007, die nicht nur als Fun-Flugzeug, sondern auch als Trainingsflugzeug gedacht ist, für eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern erreicht werden.

Die ermittelten Testergebnisse werden nun von einem Fachbüro daraufhin durchleuchtet, wie mögliche Gefahrenpotenziale, die sich aus den Schwingungsbildern herleiten lassen, ausgeschaltet werden können. Dies kann durch die Anbringung von Gewichten oder Versteifungen am Flugzeugkörper geschehen.

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