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Salem Nach Typisierungsaktion: Erster Spender kann helfen

Bei der großen Typisierungsaktion für den leukämiekranken Lucas gab es einen ersten Erfolg. Danny Pfeiffer spendet Stammzellen für eine 43-jährige Frau. Und auch vier weitere Freiwillige haben bereits Termine für eine Spende.

Frohe Botschaft im Salemer Rathaus: Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde mit Danny Pfeiffer aus Owingen-Billafingen (Bildmitte) ein Stammzellspender vorgestellt, der aus der Salemer Typisierungsaktion hervorgegangen ist. Links von ihm Bürgermeister Manfred Härle, Ines Zeller, Lucas' Tante Manuela Kaczmarek, Martina Wanner, Markus Baur und Anja Bickers.
Frohe Botschaft im Salemer Rathaus: Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde mit Danny Pfeiffer aus Owingen-Billafingen (Bildmitte) ein Stammzellspender vorgestellt, der aus der Salemer Typisierungsaktion hervorgegangen ist. Links von ihm Bürgermeister Manfred Härle, Ines Zeller, Lucas' Tante Manuela Kaczmarek, Martina Wanner, Markus Baur und Anja Bickers. | Bild: BILD: AS
Es war in der 20-jährigen Geschichte der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) die größte Typisierungsaktion, die im Februar in Salem über die Bühne gegangen ist: Für den knapp dreijährigen Lucas Tylla, der an Leukämie leidet, sollte ein geeigneter Stammzellspender gefunden werden. Leider befand sich unter den 8360 Typisierten keiner, der dem kleinen Patienten hätte helfen können.

Dafür wurde mit Danny Pfeiffer aus Owingen-Billafingen ein Mann gefunden, der einer 43-jährigen Frau Stammzellen spenden konnte. Gestern wurde der 23-jährige Krankenpfleger von der DKMS im Salemer Rathaus vorgestellt.

Schon drei Wochen nach der Typisierungsaktion hat Danny Pfeiffer Post von der DKMS bekommen. „Ein größeres Päckchen mit Blutröhrchen und Fragebogen“, erzählte er gestern. Nach einer genauen Untersuchung der neuen Blutproben und einem umfassenden Gesundheitscheck stand fest: Danny Pfeiffer kommt als Stammzellspender für eine 43-Jährige in Frage. Am 14. Juni wurden in der Dresdner Uni-Klinik Stammzellen aus seinem Blut entnommen. Zuvor musste sich Danny Pfeiffer ein Medikament spritzen, das die Stammzellenproduktion anregt. „Das war eigentlich das schlimmste für mich“, sagte der 23-Jährige, als er den Ablauf schilderte. „Ich habe nämlich eine Phobie gegen Spritzen“, gestand der an der Überlinger Helios-Klinik tätige Krankenpfleger. Immerhin hat er es geschafft, nachdem ihm sein Vater die beiden ersten Spritzen in die Bauchdecke gesetzt hatte, sich selbst die Spritzen zu verpassen. „Ich habe schnell gespürt, dass sich in meinem Körper etwas tut“, erzählte Danny Pfeiffer. Er verspürte leichte Gliederschmerzen. „Ein Zeichen für die vermehrte Stammenzellenproduktion“, erklärte Martina Wanner von der DKMS. Die seien in den peripheren Blutbahnen nämlich nicht in dem Umfang vorhanden, wie sie für eine Stammzellspende benötigt würden.

In der Dresdner Klinik wurde eine Art Blutwäsche bei Danny Pfeiffer vorgenommen. Dabei werden die Stammzellen abgeschöpft. Mittlerweile sind sie der Empfängerin übertragen worden. Ihren Namen kennt Pfeiffer nicht, weiß nur, dass sie aus Deutschland stammt. Spender und Empfänger können sich, so will es das Gesetz, frühestens nach zwei Jahren kennenlernen, sofern beide Seiten dies wollen. „Diese Sperre soll einen Schutz darstellen“, so Martina Wanner. Denn es könnte ja sein, dass sich der Empfänger verpflichtet fühle, dem Spender „etwas Gutes tun zu müssen“. Anonym dürfen Spender und Empfänger allerdings in Kontakt treten. Danny Pfeiffer würde die Frau, der er vielleicht das Leben gerettet hat, gern einmal persönlich kennenlernen.

Inzwischen sind, wie Martina Wanner berichtete, vier weitere Personen von der Salemer Typisierungsaktion für eine Stammzellspende terminiert. Die eine wurde am gestrigen Dienstag vorgenommen, die nächste folgt am 14. Juli, zwei weitere am 2. August.

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