Salem Musikverein Beuren feiert gleich drei Jubiläen

"Gässelefest" im Salemer Teilort Beuren ist auch im 30. Jahr erfolgreich, die Kapelle selbst ist 90 Jahre alt und die Böllerkanone, die das Fest eröffnet, hat 80 Lenze auf dem Rohr. Das Fest war aber auch eine Premiere für neue Jugendkapelle "Salem High5".

Gleich drei runde Geburtstage waren mit dem diesjährigen Gässelefest des Musikvereins Beuren verbunden: das 90-jährige Bestehen des Musikvereins, die 30. Auflage des traditionellen Dorffestes, und die Böllerkanone tat auch mit ihren 80 Jahren bei der Festeröffnung noch gute Dienste. Neben diesen Jubiläen gab es aber auch eine Premiere. Im Reigen der fünf Musikkapellen, die das dreitägige Fest begleiteten, hatte die neu gegründete Jugendkapelle Salem "High5" ihren allerersten öffentlichen Auftritt. "Auf dies alles sind wir stolz", sagte Daniel Mauthe, der Vorsitzende des Beurener Musikvereins, unter dem Beifall der zahlreichen Besucher, die schon am Freitagabend zum ersten Fassanstich gekommen waren.

Der Anstich des ersten Fasses war in diesem Jahr Tanja Friebel, die in der Musikkapelle Beuren die erste Trompete spielt, vorbehalten. Den Grund erfuhren die Festgäste von Moderator Michael Scheuble. Tanja Friebel wird in diesem Jahr noch den Hafen der Ehe ansteuern. Und deshalb wurde sie mit dieser ehrenvollen Aufgabe betraut. Während sich die Erwachsenen an dem von der Hochzeitsanwärterin gezapften Freibier laben konnten, wartete auf die kleinen Festbesucher eine Riesenerdbeere, die mit leckeren Süßigkeiten gefüllt war. "Wir wollen Sie alle auf unserem Fest auch verwöhnen", sagte Daniel Mauthe.

Das bezog er auch auf die musikalische Unterhaltung. Den Auftakt machte die Jugendkapelle Salem "High5". Sie wurde aus den Jugendkapellen der Musikvereine Beuren, Mimmenhausen, Neufrach und Weildorf und Schülern der Musikschule Salem gebildet und wird von Matthias Walser, dem Leiter der Musikschule, geführt. Ihr erster Auftritt wurde zu einer gleich gelungenen Angelegenheit. Der Beifall, der den jungen Musikanten entgegenschlug, legte Zeugnis dafür ab. Davon bekam aber auch die Musikkapelle Beuren, die danach die Bühne einnahm, überreichlich ab. Zu Recht. Mit ihrem flockigen Repertoire, gemixt mit originellen Gesangseinlagen, sorgte sie für Stimmung und gute Laune. Für den späteren Freitagabend hatten die Gässelefestsmacher dann noch einen krachenden Knüller parat: die aus sieben Vollblutmusikern zusammengewürfelte Formation "Prolobrass". Dieser Blechhaufen sorgte auch zu später Stunde noch für Furore. "Das ist eine höllisch gute Nummer", schwärmte Alfred Koester, der als Tuba-Bläser zu den Urgesteinen in der heute aus 55 Aktiven bestehenden Musikkapelle Beuren zählt.

Ehe das Feiern und die musikalische Unterhaltung am Samstag mit der Musikkapelle Weildorf weiterging, standen erst einmal die Kinder im Mittelpunkt des Geschehens. Es gehört nämlich zur guten Tradition des Beurener Gässelefestes, dass ein Teil ganz speziell auf die Knirpse des Dorfes zugeschnitten ist. Große Augen aus kleinen Gesichtern gab es sowohl beim Kasperletheater, wieder spannend inszeniert von Tobias Dreher und Kristina Wahl, als auch beim Auftritt von Zauberer Thomaselli. Mit seinem Hokupokus brachte er die Kinderschar schier aus dem Häuschen. Aber auch die Zumba-Kindertanzgruppe des TuS Beuren unter Leitung von Caroline Glöser faszinierte die kleinen Gäste.

Im Festgottesdienst Am gestrigen Sonntag gratulierte Dekan Peter Nicola in seiner PKW-Predigt ("paar kurze Worte") dem Musikverein Beuren zum 90. Geburtstag und würdigte dessen Wirken. Er bringe immer wieder Freude unter die Menschen, genauso sei er aber auch oft Stütze und Hilfe in traurigen Lebenslagen.

 

Vereinsgeschichte

In den 1920er-Jahren keimte unter den Bürgern und auch in der Gemeindeverwaltung des damals noch eigenständigen Dorfes Beuren der Wunsch nach einer Musikkapelle auf. Im Frühjahr 1927 schritt man dann zur Tat. Wagnermeister Paul Fischer, der selbst mehrere Instrumente spielte, konnte 16 junge Männer aktivieren und bildete sie an verschiedenen Instrumenten aus. Zur Beschaffung der Instrumente stellte der Gemeinderat ein Darlehen von 1500 Reichsmark zur Verfügung. Am 30. Oktober 1927 wurde der Musikverein gegründet. Einige Musiker formierten sich 1968 zu einer Tanzkapelle, der "TK Beuren". Sie war bald auch außerhalb des Ortes gefragt. Trotzdem wurde sie 1980 wieder aufgelöst. Heute besteht die Musikkapelle Beuren aus 55 Musikern. Seit 1997 wird sie von Harald König geleitet. (er)

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