Aber mehr als 15 000 Menschen sind glücklich. Sie alle haben gestern das zweite Kreisfamilienfest auf Schloss Salem besucht, das unter dem Motto „Bodenseekreis in Bewegung“ stand.
30 Vereine haben sich wirklich jede Menge einfallen lassen, um die Besucher in Bewegung zu bringen. Beim Riesentrampolin ist eigentlich immer eine Schlange, Zielsicherheit können die Besucher beim Bogenschießen austesten, außerdem gibt es Ponyreiten, einen Fahrradparcours, Handball-Torwerfen, Boule, Speedminton und noch viel mehr. Die Hüpfburg und die Turngeräte- und Spiele-Landschaften sind vor allem bei Kindern besonders beliebt: Eifrig balancieren die Kleinen über Schwebebalken, schlagen auf einer dicken, weichen Matte Salto oder kriechen durch lange Schläuche.
Übrigens haben nicht nur die Kleinen Freude an derlei Tätigkeiten: Auch den Politikern macht's Spaß. Bürgermeister Manfred Härle ist ohnehin schon sportlich gekleidet gekommen und auch Landrat Lothar Wölfle legt sein Jackett ab. Worauf die Herren dann zunächst auf dem Pedalo und dann mit dem Springseil wetteifern. Auf den Schwebebalken traut sich allerdings nur Bürgermeister Manfred Härle. Der Landrat hält ihm dafür zur Unterstützung die Hand entgegen – die Härle aber nicht nehmen muss. Er schafft den Gang über den Schwebebalken auch alleine.
Überall sind Kinder und Erwachsene zu sehen, die sich in irgendeiner Wiese sportlich betätigen. Ein kunterbuntes Bild. Wer nicht sporteln will, kann den Musikvereinen oder den Promi-Interviews lauschen. Oder den atemberaubenden Vorführungen verschiedener Sportvereine zusehen.
Bei einer Kunstrad-Show zum Beispiel vollführen Kinder unglaubliche Kunststücke mit dem Fahrrad. Wie sagt doch Birgit Rückert von den Staatlichen Schlössern und Gärten so schön? „Schloss Salem ist bei diesem Fest nicht nur Kulisse.“ Und tatsächlich: Neben Führungen unters Münsterdach – auch eine sportliche Aktivität – kann das Schloss besichtigt werden.
Obwohl unglaublich viele Menschen gekommen sind – mehr noch als beim ersten Kreisfamilienfest vor zwei Jahren – wirkt es nicht überfüllt. Nur über die Schlangen bei den Essensständen ärgert sich manch einer. Zu Stoßzeiten kann es schon sein, dass man eine gute halbe Stunde für die Portion Pommes anstehen muss. Und bis dahin ist der Hunger schon fast wieder weg. Bewundernswert: Die rund 500 ehrenamtlichen Helfer bleiben trotz Dauerstress immer freundlich und gelassen.
