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Salem Lucas braucht dringend Hilfe

Eltern suchen Stammzellenspender für ihren leukämiekranken Sohn – die Typisierungsaktion der DKMS ist am 27. Februar

Der kleine Lucas Tylla.
Der kleine Lucas Tylla.

Salem (as) Gedrückter hätte die Stimmung im Salemer Ratssaal kaum sein können. Es flossen sogar Tränen. Die Eltern des an Leukämie erkrankten Lucas Tylla aus Salem-Mimmenhausen konnten sie nicht mehr zurückhalten, als sie bei einer von Bürgermeister Manfred Härle anberaumten Pressekonferenz vom Schicksal ihres zweijährigen Sohnes erzählten. Ihm kann mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch eine Stammzellenspende das Leben retten. Am Sonntag, 27. Februar, wird die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei GmbH) in Salem eine Typisierungsaktion ausführen. In der Hoffnung, dabei einen geeigneten Stammzellenspender zu finden.

Die Situation ist dramatisch: Wie Martina Wanner von der gemeinnützigen Knochenspenderspenderdatei erklärte, kann dem mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nur noch eine Stammzellentransplantation das Leben retten. Doch einen geeigneten Spender zu finden, ist schwierig. Dazu bedürfe es eines „genetischen Zwillings“. Das heißt: Die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger müssen nahezu identisch sein. Die Trefferquote aber setzt eine hohe Hürde. Im günstigsten Fall liegt sie bei 1:20 000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen Menschen kein genetischer Zwilling.

Vor rund acht Monaten erhielten Lucas' Eltern den erschütternden Befund, dass ihr Sohn Leukämie hat. „Da ist für uns zum ersten Mal die Welt zusammengebrochen“, erzählt Lucas' Vater. „Und in unserem Familienleben hat sich ein großer Einschnitt vollzogen.“ Jede Woche zwei bis drei Mal nach Ulm in die Klinik gehörte zum Standard. Doch die Chemotherapie, die Lucas erhalten hat, scheint angeschlagen zu haben. Im Dezember 2010 schien es, als ob er über den Berg sei. Dann kam der 13. Januar und das niederschmetternde Ergebnis einer Routineuntersuchung: Die Leukämie ist doch nicht besiegt. „Da ist für uns zum zweiten Mal die Welt zusammengebrochen.“ Als Lucas' Vater das sagt, lässt seine Stimme erahnen, wie das ist. „Da steht man hilflos da!“

Hilfe kam aus dem Familienkreis: Lucas' Onkel, Matthias Kaczmarek, hat die Initiative ergriffen und die Typisierungsaktion in die Wege geleitet. In Bürgermeister Härle hat er sofort einen Unterstützer gefunden. Er hat mit Markus Baur, dem Ex-Kapitän des Handball-Nationalteams aus Mimmenhausen, die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen. „Wir stehen da doch alle in der Pflicht, wenn wir eventuell ein Leben retten können“, betonte er. Und Marion Baur fügte hinzu: „Schließlich kann so etwas jeden treffen.“

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