Salem Kein geeigneter Spender für Lucas

Für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Lucas Tylla ist auch bei der Typisierungsaktion, die am 27. Februar von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) durchgeführt wurde, kein genetischer Zwilling gefunden worden, dessen Gewebemerkmale mit denen des kleinen Jungen übereinstimmen.

Lucas Tylla
Lucas Tylla

Im Rahmen der Aktion haben rund 8100 Menschen ihr Blut untersuchen und sich in die Spenderdatei aufnehmen lassen. Zwar wurde die Chancen, dabei einen geeigneten Spender zu finden, von vornherein als nicht allzu hoch eingeschätzt. Die Chancen, einen geeigneten Stammzellspender zu finden, liegen im günstigsten Fall bei 1:20 000. Bei seltenen Gewebemerkmalen wie im Fall von Lucas kann eventuell unter mehreren Millionen Menschen kein genetischer Zwilling sein. Dennoch setzten nicht nur Lucas' Eltern, sondern auch die Bevölkerung große Hoffnungen in die Spendenaktion.

Der 26. Mai wird für den zweieinhalbjährigen Lucas Tylla aus Salem-Mimmenhausen nun zum Schicksalstag. Dann erhält der an Leukämie erkrankte Junge Stammzellen von seinem Vater übertragen. Die letzte Hoffnung, den tückischen Blutkrebs doch noch zu besiegen.

Denn unter den über 1,4 Millionen Menschen, die weltweit in den Knochenmarkspenderdateien registriert sind, ließ sich kein genetischer Zwilling des todkranken Jungen finden. Die finanzielle Spendenbereitschaft ist jedoch nicht versiegt. Die Raumausstatter- und Sattler-Innung Bodensee spendete den Eltern 3400 Euro zur Deckung ihrer persönlichen Unkosten.

Das Kuvert mit dem Scheck war an „Familie Ulrike und Christof Tylla“ adressiert. Lucas' Vater stutzte, als ihm Innungsobermeister Hartwig Meschenmoser aus Bermatingen und Vorstandsmitglied Robert Heiler den Brief in die Hand drücken. „Der Scheck muss auf die DKMS ausgestellt sein, zur Finanzierung der Typisierungsaktion“, erklärte er den Spendern. „Nein, das spenden wir bewusst Ihnen“, so Meschenmoser. „Vor einigen Jahren“, erzählte er, „hatten wir einen Kollegen, dessen Kind auch an Leukämie erkrankt war.

Daher wissen wir, welche enormen Kosten auf Eltern zukommen, die sie aus der eigenen Tasche zu tragen haben.“ „Das ist in der Tat so“, bestätigte Christof Tylla. Er verwies auf die Fahrtkosten für das häufige Pendeln zwischen Salem-Mimmenhausen und der Ulmer Uni-Klinik, wo der kleine Lucas behandelt wird.

Häufig mussten Ulrike und Christof Tylla bis zu drei Mal in der Woche die rund 240 Kilometer von Salem nach Ulm und zurück herunterspulen. Auch in nächster Zeit werden noch zahlreiche Fahrten anfallen.

Die Preise, die bei der Benefiz-Aktion der Innung bei der Messe IBO verlost wurden, können noch bis 1. Juni eingelöst werden. Die Gewinner im Internet: www.khs-fn.de

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Salem/Meersburg
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem/Owingen-Taisersdorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren