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Salem Gelassenheit im Internat

15.04.2011
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Für Pädagogen klingt die Stelle hoch attraktiv. Trotzdem tut sich das Elite-Internat Schloss Salem schwer mit der Suche nach einem geeigneten Gesamtleiter.

Nun wurde bekannt, dass die Schule möglicherweise ab dem nächsten Schuljahr ohne obersten Chef auskommen muss, denn der Vertrag mit Eva-Marie Haberfellner läuft aus, ein aussichtsreicher Kandidat winkte offenbar wieder ab und ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Im Grunde genommen sucht die Schule seit 2005, seit der Pensionierung Bernhard Buebs, einen Gesamtleiter, der bereit ist, die Schule über einen längeren Zeitraum zu führen. Doch war es seit 2005 zweimal zu unglücklichen Personalentscheidungen gekommen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass die Schlossschule sich nicht unter Druck setzen lassen möchte bei der Suche nach einer Lösung, die auf Dauer angelegt ist.

In geheimer Sitzung ließ sich der Schulträger, der „Internatsverein der Schule Schloss Salem“, über den Stand der Suche vom zuständigen Vorstand informieren. In einem internen Papier, das dieser Zeitung vorliegt, wurde anschließend formuliert: „Die Mitglieder unterstützen den Aufsichtsrat in seinem bisherigen Vorgehen, vornehmlich auch darin, sich auch künftig keinem falschen Zeitdruck auszusetzen, sondern unbedingt einer nachhaltigen Lösung der Aufgabe den Vorrang zu geben.“ Sollte für Haberfellner zunächst kein Nachfolger gefunden werden, leiten übergangsweise die beiden verbleibenden Mitglieder der Geschäftsführung, im Zusammenwirken mit dem Aufsichtsrat, die Schlossschule.

31 Jahre lang, von 1974 bis 2005, leitete Bernhard Bueb die weltberühmte Internatsschule. Ingrid Sund hatte von ihm die Gesamtleitung übernommen, in Kooperation mit Pelham Lindfield-Roberts, der für die Oberstufe zuständig war. Nach auftretenden Spannungen und nur neun Monaten trennte sich der Internatsvorstand zunächst von Lindfield-Roberts, und nach zwölf Monaten verabschiedete sich auch Sund wieder aus Salem. Nach einer Übergangszeit ohne Leitungsspitze übernahm 2007 schließlich die damals 61-jährige Hochschulprofessorin Eva Marie Haberfellner die Gesamtleitung. Von einer Interimslösung war bei ihr zwar nie die Rede, sie genoss stets höchste Anerkennung. Die Österreicherin wollte jedoch nach nur drei Jahren, 2010, ihren Ruhestand antreten. Das scheiterte aber daran, dass ihre designierte Nachfolgerin den Dienst nie antrat. Denn der zuständige Vorstand im Trägerverein hatte mit Monika Zeyer-Müller auf eine Nachfolgerin gesetzt, die nicht das Vertrauen der übrigen Gremien in der Schule fand. Zeyer-Müllers Vertrag wurde nach interner Kritik, die von Lehrern, Eltern und Schülern geäußert wurde, aufgelöst, noch bevor er wirksam werden konnte. Zeyer-Müller setzte daraufhin ihre Arbeit als Schulleiterin am Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt fort. Und Haberfellner erklärte sich bereit, ihren Vertrag zu verlängern – bis maximal zum Ende dieses Schuljahres.

In Folge des gescheiterten Vertrags mit Monika Zeyer-Müller war der verantwortliche Vorstand im Internatsverein, ein fünfköpfiges Gremium, geschlossen zurückgetreten. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der Publizist Robert Leicht („Die Zeit“). Anfragen zur Suche nach einem neuen Gesamtleiter beantwortete er mit Verweis auf die nötige Diskretion, die das Thema erfordere, nicht.

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