Salem Freudentanz mit Doktorhüten in Salem

Abiturfeier für 136 Absolventen in der Zehntscheuer der Schule Schloss Salem. Julia Wasenmüller erreicht Note 1,0 mit sagenhaften 883 von 900 möglichen Punkten

Vier Abiturientinnen an der Schule Schloss Salem legten ihre Prüfung mit der Traumnote 1,0 ab. Insgesamt waren 136 Absolventen in die Prüfungen gegangen.

Gegen Ende eines ausgelassen-heiteren Abiturballs am frühen Morgen zeigte sich eine Besonderheit der Schule Schloss Salem in aller Schärfe: Es hieß Abschied nehmen nicht von Mitschülern, mit denen man eine Weile gemeinsam die Schulbank gedrückt hatte, sondern von vielen liebgewordenen Freunden, zu denen man in den Jahren zuvor im Internat geschwisterlich enge Bande geknüpft hatte. Der Sekt in so manchem Kelch mischte sich mit Tränen des Trennungsschmerzes. Tröstlich immerhin, dass die zweijährlichen Pfingsttreffen der Salemer Altschüler ein regelmäßiges Wiedersehen garantieren.

Förmlich-festlich war es am Vortag bei der Abiturfeier in der Zehntscheuer des Salemer Schlosses zugegangen. 91 erfolgreiche Abiturienten hatten sich zusammengefunden, neben ihnen die 45 Absolventen des englischsprachigen International Baccalaureate, deren Resultate, da weltweit ermittelt, erst in ein paar Wochen vorliegen werden. Schulleiter Bernd Westermeyer wünschte seinen Ex-Schützlingen zweierlei: die Gewissheit, „dass das Leben bei allen Schwierigkeiten kein unabwendbares Schicksal darstellt“. Und er gab eine dauerhaft wohlmeinende Erinnerung an Salem den Abiturienten mit, um ihrer alten Schule einmal etwas von dem zurückzugeben, was sie dort empfangen hätten.

Studienleiterin Brigitte Mergenthaler-Walter zog die akademische Bilanz und verwies auf das breite Leistungsspektrum dieses Jahrganges, der die pädagogischen Anstrengungen des Kollegiums diesmal besonders herausgefordert hat.

Immerhin gab es einen Notendurchschnitt von 2,3 zu vermelden. Durchaus vorzeigbar, wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel der Abiturienten ausländischer Herkunft ist und seinen Salemer Weg einst nicht als deutsche Muttersprachler angetreten hatten. Auf der Plusseite steht ein knappes Absolventen-Drittel mit der Eins vor dem Komma. Vier von ihnen, allesamt junge Damen, erreichten die Einskommanull, angeführt von Julia Wasenmüller mit sagenhaften 883 von 900 möglichen Punkten.

13 Schüler erhielten besondere schulische Auszeichnungen und Preise. Erfolge der Reifeprüfung zeigen sich an der Schule Schloss Salem aber nie nur im Akademischen, sondern immer auch in den Bewährungsfeldern des Internats. Für ihr herausragendes Engagement dort, vor allem in den Salemer Diensten, konnte Ken Lander als Internatsleiter des Salem College 21 Abiturienten auszeichnen.

Als Vertreterin der Elternschaft sprach Christina Cantzler der Schule Schloss Salem den Dank für das bei den Kindern Bewirkte aus. Anlass zu Stolz hatte sie speziell durch ihren eigenen Sohn, der in Salem für eine Premiere sorgte: Cassian Cantzler hatte neben seinen sonstigen Verpflichtungen zusätzlich das Graecum und damit erstmals in der Salemer Geschichte auch das sogenannte Europäische Abitur erworben, bei dem zwei alte und zwei moderne Fremdsprachen zum Abschluss geführt werden.

 

Die Preisträger

 

Für ihr herausragendes Engagement im Internat erhielten die so genannte Große Auszeichnung: Carolin Christ, Annabelle Marquardt, Sophie Ostmeier, Vivien-Lil Pauling, Johannes Adam, Jasper Kloß, Cedric Ziegler, Gerda Buchmüller, Alexandru Tamas und Jennifer-Carlotta Warisch.

In den Salemer Diensten wurden geehrt: Marie Lembke, Philipp Blaseg, Luisa Matz, Florian Genske, Nele Löcher und Sophie Steffen.

Sportauszeichnungen erhielten Matthias Handtmann, Julia Wasenmüller, Jacob Richter und Monica Izquierdo Pinol. Der Musikpreis ging an Viviane Gerger.

Akademische Auszeichnungen: Salem-Preise in Naturwissenschaften, Mathematik, Englisch und Ökonomie gingen an Josua Sellmaier, Andriy Bayuk, Nele Löcher und Leonie Lankes. Anna Jäger gewann den Karl-Frisch-Preis in Biologie, Daniel Grodd und Felix Illek den Preis der Gesellschaft der deutschen Chemiker, Cedric Ziegler und Vincent Wagner den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Cedric Ziegler den Ferry-Porsche-Preis in Mathematik und Physik. Der Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ging an Patrick Marquardt und Leonard Koch. Katharina Schreiber gewann den Scheffel-Preis der Deutschen Literarischen Gesellschaft.

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