Salem Erprinz von Baden und Dekanin bei Dialogforum im Gespräch

Bernhard Erbprinz von Baden und Dekanin Regine Klusmann aus überlingen haben sich im Schloss Salem im rahmen des Dialogforums Kirche und Wirtschaft am See ausgetauscht. Wie kann sich ein Wirtschaftsunternehmen, wie eine Kirche an geänderte Rahmenbedingungen anpassen?

Salem – In der Bibliothek von Kloster und Schloss Salem ist unter dem Titel "Dialogforum Kirche und Wirtschaft am See" eine neue Plattform für die Begegnung und den Austausch von Führungskräften aus der Wirtschaft und der evangelischen Kirche gegründet worden. Dabei traten Bernhard Erbprinz von Baden und die Überlinger Dekanin Regine Klusmann in ein Gespräch unter dem Leitfaden "Innovation und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen" ein.

"Ein besonderer Abend an einem besonderen Ort." So leitete Moderator Dieter Heidtmann, Leiter Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Baden und Württemberg, die Veranstaltung ein. Damit hatte er den rund 50 Gästen nicht zu viel verheißen. Sie erlebten in der Gegenüberstellung in einem spannungsreichen Bogen das Denken und Handeln eines Unternehmers und einer Führungspersönlichkeit der Kirche. Prinz Bernhard meinte zwar an einer Stelle: "Wirtschaftsunternehmen und Kirche lassen sich eigentlich nicht miteinander vergleichen." Dennoch schälten sich hier und da auch Schnittmengen heraus. Beispielsweise die Erkenntnis: "Wenn man bleiben will, muss man sich ändern."

Diese Erfahrung machte Prinz Bernhard, als er als junger Mann in einer finanziell schwierigen Zeit die Führung des markgräflichen Hauses übernahm. Wie er in Erinnerung rief, mussten innerhalb einer Dekade 30 Millionen Euro allein in den Erhalt von Schloss Salem investiert werden. "Das schafft ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb nicht auf Dauer", erklärte Prinz Bernhard. Um handeln zu können, habe er erst Freiräume schaffen müssen. Große Liegenschaften wurden veräußert, darunter auch der größte Teil von Schloss Salem an das Land Baden-Württemberg. "Ich konnte mir genau den Tag ausrechnen, an dem alles futsch gewesen wäre, wenn wir nichts getan hätten", erklärte Prinz Bernhard.

Vor ähnlich gelagerten Herausforderungen steht die Kirche. "Wasserfallartig rauschen unsere Mitgliederzahlen nach unten, und viele junge Familien lassen ihre Kinder nicht einmal mehr taufen", beschrieb Dekanin Regine Klusmann die Situation der Kirche. Daher gelte auch für die Kirche die Devise: "Wenn man bleiben will, muss man sich ändern." Man müsse sich überlegen, wie man unter den heutigen gesellschaftlichen Gegebenheiten Menschen für Kirche begeistern könne. An dieser Stelle überlappten sich die Standpunkte der Kirchenfrau und des Wirtschaftsmannes wieder: "Man braucht immer Visionen." Dahinter müsse aber immer Glaubwürdigkeit, Überzeugung und Leidenschaft stecken. Auch das war eine deckungsgleiche Botschaft von beiden Seiten.

Beim Visionieren dürfe man aber nicht stehenbleiben, betonte Prinz Bernhard. "Wenn ich mit meinen Mitarbeitern ein Ziel ins Auge gefasst habe, dann muss auch gehandelt werden." In dieser Hinsicht habe es ein Unternehmer vielleicht etwas leichter als eine demokratisch aufgebaute Kircheninstitution. Doch auch hier, wusste die Dekanin aus Erfahrung, komme man manchmal nicht darum herum, Ansagen zu treffen. Im Lauf des Dialogs brachte sie einen interessanten Aspekt ins Spiel, den sie aus einem Büchlein über erfolgreiche Unternehmen gefischt hatte. Demnach würden sich Unternehmen, die ihren Gründungsmythos und ihre Geschichten erzählen, besonders gut behaupten. Auf die Kirche übertragen, meinte sie: "Vielleicht erzählen wir unsere Geschichten zu wenig."

Dialogforum

Das Dialogforum Kirche und Wirtschaft am See wurde von den evangelischen Kirchenbezirken Überlingen, Konstanz und Ravensburg im Zusammenwirken mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in Baden und Württemberg sowie dem Arbeitskreis evangelischer Unternehmer initiiert. Diese Plattform soll zu einer ständigen Einrichtung mit je einer Veranstaltung im Jahr werden, die immer in der Bibliothek von Kloster und Schloss stattfindet. Für kommendes Jahr ist ein Dialog mit dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden und Wirtschaftsethiker Wolfgang Huber geplant.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren