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Salem Ein Heim für 18 Bewohner: Diakonie Pfingstweid zeigt Rohbau

Die Diakonie Pfingstweid hat Interessierte durch den Rohbau des neuen Wohnhauses in Mimmenhausen geführt. Dort entstehen 18 Wohneinheiten für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung.

Das Wohnhaus für geistig oder körperlich behinderte Menschen, das von der Diakonie Pfingstweid in der Bahnhofstraße 2 in Mimmenhausen errichtet wird, befindet sich zwar noch im Rohbau-Status, dennoch nutzte eine stattliche Anzahl Interessierter den Tag der offenen Baustelle, um sich über das Projekt zu informieren. Bis September soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Gefördert wird das Bauvorhaben durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg und die Aktion Mensch. Auf drei Stockwerke verteilt, wird hier Wohnraum für 18 Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung geschaffen. Das Konzept soll ihnen ein weitgehend selbstständiges Leben ermöglichen. Begleitet werden die Bewohner, soweit im Einzelfall erforderlich, durch soziales Fachpersonal. Dazu gehören, wie Projektleiter Robin Waltner bei einer Hausführung erklärte, Heilpädagogen, aber auch Krankenschwestern, die für die Bewohner im Krankheitsfall da sind.

Ferner erhalten die Bewohner Unterstützung bei der Job-Suche. Hierfür hat die Diakonie Pfingstweid eigens ein Jobcoaching-Konzept entwickelt. In Salem wurde nach Angaben von Melanie Süß-Scharf, Bereichsleiterin Wohnen, bereits Kontakt mit der Gemeindeverwaltung und dem Wirtschaftsforum aufgenommen, um ein Netzwerk zu örtlichen Betrieben aufzubauen und so passende Arbeitsplätze für die Bewohner zu finden. Angedacht ist beispielsweise die Mithilfe bei der Essensausgabe an den Schulen oder im Salemer Freibad. Aus Erfahrung weiß Melanie Süß-Scharf aber, dass auch privatwirtschaftliche Betriebe ganz froh darüber sind, wenn sie einen behinderten Menschen einstellen können.

Damit seien für die Betriebe häufig finanzielle Vorteile verbunden. Arbeitsplätze bieten aber auch die Werkstätten an, die die Diakonie Pfingstweid in Kooperation mit der Stftung Liebenau betreibt.

Dort werden in der eigenen Schreinerei die Betten und Nachttische für die 18 Zimmer hergestellt. Weiteres Mobiliar können die Bewohner selbst mitbringen. "Wir wollen auch in dieser Beziehung ein möglichst hohes Maß für Individualität gewährleisten", betonte Projektleiter Waltner. Unter Einbeziehung der Gemeinschaftseinrichtungen wie Etagenküche und Aufenthaltsräumen kommen auf jeden Bewohner rund 44 Quadratmeter. Das eigene Zimmer hat durchschnittlich 15 Quadratmeter und liegt damit etwas über der durch die Heimbauordnung vorgegebenen Mindestgröße. Jeweils für zwei Zimmer ist ein gemeinsames Bad vorgesehen. Weiter wird im mittleren Stockwerk ein großes Wohlfühlbad eingerichtet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Dienstzimmer für die Nachtwache und ein Aufladeraum für elektrische Rollstühle.

Tagsüber ist nur nach Bedarf Betreuungspersonal in der Einrichtung. "Da befinden sich die Bewohner in der Regel an ihrem Arbeitsplatz und werden dort auch verpflegt", sagt Melanie Süß-Scharf. Frühstück und Abendessen wird in der Einrichtung zubereitet. Dabei kann auf Betreuungspersonal zurückgegriffen werden. Im Grunde aber sind die Bewohner Selbstversorger. Das heißt, sie kaufen nach Möglichkeit selber ein. Wer sich in der Einrichtung eingemietet hat, der kann, wie Projektleiter Waltner hervorhob, auch bleiben, wenn er das Ruhestandsalter erreicht hat. Die Bewohner müssen sich also dann nicht um eine neue Bleibe kümmern. Bisher sind vier der 18 Plätze schon fest belegt.

 

Diakonie Pfingstweid

Der gemeinnützige Verein Diakonie Pfingstweid stellt sich seit 1850 in den Dienst von Menschen mit Behinderung. Der Verein deckt mit seinen Angeboten für Behinderte alle Bereiche des Lebens ab: Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Urlaub sowie Therapien. Weitere Informationen im Internet unter www.pfingstweid.de oder unter Telefon 0 75 42/97 00.

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