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Salem-Rickenbach Brennen hat in dieser Familie Tradition

Die Familie Senft (von links: Tochter Silke, Vater und Mutter Herbert und Anita) ist mit Rickenbach eng verwurzelt.
Die Familie Senft (von links: Tochter Silke, Vater und Mutter Herbert und Anita) ist mit Rickenbach eng verwurzelt. | Bild: Wieland

Salem-Rickenbach – Ganze sieben Hektar Obst, davon allein vier Hektar Williams-Birnen haben Herbert und Anita Senft samt Tochter Silke in diesen Wochen zum Brennen geerntet. Gleich dreimal werden die Birnen Ende August bis Anfang September draußen überpflückt. Das hat seinen Grund: Die Reifung am Baum fördert das vor allem in der Schale enthaltene Aroma am besten. Nach vierwöchiger Lagerung erfolgt das Brennen in fünf Abläufen – in zwei Vorläufen, dem Mittellauf als Herzstück und zwei Nachläufen. Bei Senfts stehen Kessel zum Brennen für 600 Liter Inhalt, nicht wie üblich für 125 Liter.

Ein Wein-Spitzenexperte
Einen „guten Geist“ von der im Nebenberuf betriebenen Destillerie-Brennerei der Familie Senft mit vier Brennkesseln erwartet die durchwegs private und gastronomische Kundschaft vom Kellermeister des Winzervereins Hagnau einfach. Sie darf und wird von der in Rickenbach verwurzelten und bekannten Familie auch nicht enttäuscht. In 33 Berufsjahren – sieben in Hagnau, davor 26 beim Markgrafen von Baden – ist Herbert Senft zum Spitzenexperten bei der Weinproduktion wie die Trauben „gereift“: Er heimste 27-mal hintereinander den Ehrenpreis im Bereich Bodensee ein. Und er hofft, „dass es so weitergeht“. Im November 2008 gab es für die 2007er Hagnauer Lagen und Sortenqualitäten 50-mal Gold und einmal das Prädikat „Top-Ten“ für den Weißburgunder Trocken.

Eine neue Sparte
Alois Senft, der Vater von Herbert Senft, hat im Jahr 1988 erstmals mit dem Brennen begonnen, ohne dabei sich so zu spezialisieren wie jetzt Herbert und Anita Senft mit jeweils einer Brennerei mit den vier Sorten „Williams-Birnen“ – länger gereift (Premium), Selektion und zwei Sorten Standard. Ganz stolz sind Anita und Herbert Senft auf ihre Tochter Silke und geizen ihr gegenüber, die sich zur echten Spezialistin entwickelt hat, nicht mit Komplimenten. Silke Senft hat es hauptberuflich mit Finanzen zu tun, in der Brennereisparte bedient sie eine Verschluss- und eine Abfindungsbrennerei. Im ersten Fall heißt das, sie kann brennen wann und soviel sie will, im zweiten geht es um 300 Liter Weingeist pro Jahr. Neuerdings hat Silke Senft auch mit Whisky angefangen, aus Dinkel, Gerste und Tritikale, der Mischung aus Weizen und Roggen, und das bei dreijähriger Lagerung mit Malz angesetzt in Eichen- und Cherryfässern.

Zwischen den grazilen Flaschen im Regal zeigt ein Foto an der Wand, dass auch Erwin Teufel, der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, das große Können der Familie Senft in Rickenbach an Ort und Stelle sich hat vorführen lassen und es bewundert hat. Silke Senft widmet sich in diesem Jahr erstmals dem Pfirsichbrand. Spitzbübisch erzählt Herbert Senft, wie die Rollen beim Brennen in der Familie verteilt sind: „Meine Frau Anita führt Regie, unsere Tochter Silke ist die beste Brennmeisterin, die mit dem Obst sach- und fachgerecht umzugehen weiß, und ich selbst bin der Mitarbeiter für alle Fälle.“

Eine Familie also, die mitten in der Dorfgemeinschaft steht, die Rickenbach bekannt macht und die dem Ort seit Generationen verbunden ist. Die Senfts sind mit dem Teilort Rickenbach in der Gemeinde Salem fest verwurzelt, mehr denn je - und das soll auch so bleiben.

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