Salem (as) Über hundert Mal wurde im Internet unser am vergangenen Mittwoch erschienener Artikel „Jäger sehen sich unter Beschuss“ kommentiert. Darin ging es um einen anonymen Flyer, in dem die Jäger als schießwütige Spezies und dazu noch als häufig schlechte Schützen an den Pranger gestellt werden, wodurch dem Wild qualvolles Leiden zugefügt werde. Von den Verfassern der Internet-Beiträge wird die Jagd durchweg verurteilt.
Dass das Jagen so negativ beurteilt wird ist kein Wunder, wenn man der Behauptung von User „Unbekannt“ Glauben schenken mag. Darin wird erklärt, dass das Jagen von rund 80 Prozent der Bevölkerung abgelehnt werde. Weiter schreibt „Unbekannt“: „Die heutige Jagd ist das perverseste Freizeitvergnügen aller Zeiten. Dies geben die Jäger in ihren einschlägigen Foren als ‚Lust am Töten' und ‚Freude am Beute machen' teilweise auch zu.“
Abartige Einstellungen zur Kreatur werden den Jägern in einer Reihe von Beiträgen unterstellt. Ein Kommentator, der sich ebenfalls unter der Bezeichnung „Unbekannt“ eingeloggt hat, schreibt: „Jäger befriedigen ihren Trieb unter dem Argument der Hege und Pflege, in Wirklichkeit sind es die grausamsten Killer.“ In einem anderen Beitrag werden die Jäger sogar als Unmenschen dargestellt, wenn geschrieben wird: „Wenn sich Jäger über mangelnde Sachlichkeit beschweren, dann frage ich mich sicher zu Recht, in welchem geistigen Zustand befinden sie sich denn. Wer das Morden in der freien Natur verfolgt, stellt schnell fest, dass hier Menschen mit einer perversen und brutalen Veranlagung ihr Unwesen treiben.
“ Diesem Treiben, so meint „Ciara“, sei es zuzuschreiben, dass es kaum noch frei lebende Tiere im Wald zu beobachten gebe. „Ich finde“, so schreibt „Ciara“ weiter, „dass diese Tiere ausrottende Gesellschaft mal nachdenken sollte, wie es wäre, wenn man auf sie Jagd machen würde. Menschen mit Waffen sind gefährlich, auch Jäger… Es ist ein gewisser Blutdurst da, auch wenn es darunter Naturschützer gibt. Die Mehrzahl jagt, um zu töten.“
Auch die Kirche bekommt in einem Kommentar ihr Fett ab, allerdings verwickelt sich User „Unbekannt“ dabei in einen Widerspruch, wenn er einerseits ausführt: „In frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben – Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt ausgeschlossen. Bis heute ist der Priesterberuf im katholischen Kirchenrecht unvereinbar mit der berufsmäßigen oder besser gesagt vergnügungsmäßigen Tötung von Tieren.“ Im weiteren Text der Schreiber mit der Kirche mit den Worten ins Gericht: „Die Kirche macht sich an den Massenmorden und Gräueltaten unschuldiger Kreaturen mitschuldig. Warum ausgerechnet die Kirche die milliardenfache Tötung und Misshandlung von Mitlebewesen durch flächendeckende Jagden ihrer Hubertusjünger absegnet, ist weder ethisch noch rational nachvollziehbar. Auf die Frage, warum sich die Kirche mit dieser Mörderbande unter ein Dach stellt, fand ich bis heute keine Antwort. Weitere frage ich mich, wie sich die Jäger hinter ihrem Schutzpatron verstecken können, denn die Jagd von früher hat mit der von heute nichts mehr zu tun.“
Kommentare, die für die Jagd sprechen, sind nicht zu finden. Immerhin nimmt „Gertie“ Stellung zu den Auslassungen der Jagd-Gegner und schreibt: „Wenn man sich die Meinungen der Fanatiker so durchliest, wundert es mich eher, dass noch nicht öffentlich zur Jagd auf Jäger aufgerufen wurde.“