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Ravensburg/Sigmaringen Vorsicht ist geboten

09.02.2007
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Im Elisabethenkrankenhaus in Ravensburg kämpft ein 22-jähriger Mann mit dem Tod. Er wurde am Wochenende mit einer schweren Meningokokkenerkrankung in die Klinik eingeliefert. Das Ravensburger Gesundheitsamt empfiehlt, Menschenansammlungen zu meiden. Im Kreis Sigmaringen wird dies für bestimmte Personengruppen auch empfohlen.

Ravensburg/Sigmaringen - Bereits im Oktober vergangenen Jahres war ein kleiner Junge im Kreis Ravensburg an derselben Krankheit gestorben. Ende Januar erkrankte ein 37-jähriger Mann nach einem Fasnetsball. Sein Gesundheitszustand ist mittlerweile wieder stabil.

"Menschenansammlungen sind grundsätzlich besonders geeignet, Infekte, die durch Tröpfcheninfektion weiter getragen werden, zu verbreiten", sagt Helga Glaser, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit beim Landratsamt in Sigmaringen. Und genau um eine solche Infektion handelt sich bei dem Fall in Ravensburg. "Auch wer einen grippalen Infekt im Nasen-Rachenraum hat, sollte an Fasnet besser zu Hause bleiben. Für die anderen gilt, dass das Risiko sich eine Meningokokkenmeningitis zuzuziehen gering, aber nicht null ist", beruhigt Glaser.

Durch frühzeitige medikamentöse Prophylaxe von engen Kontaktpersonen eines an Meningitis Erkrankten lässt sich die Erkrankung vermeiden. Geht eine Infektionsmeldung bei den Gesundheitsämtern ein, so wird unverzüglich eine Ermittlung enger Kontaktpersonen vorgenommen, denen dann Verhaltensratschläge und unter Umständen eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen wird. Es gab in den vergangenen Jahren Einzelfälle auch im Landkreis Sigmaringen. Zwischen 2004 und 2006 sind insgesamt vier Fälle, davon zwei im Kleinkindesalter und zwei im Jugendalter, gemeldet worden. Erkrankungsgipfel ist jeweils der Winter und das frühe Frühjahr, insbesondere das erste Quartal eines Jahres.

Zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung beherbergt als gesunder Keimträger in seinem Nasen-Rachenraum Meningokokken. Für die Weiterverbreitung spielen die gesunden Keimträger eine nicht unerhebliche Rolle. Gleichwohl ist trotz dieser Rate an gesunden Keimträgern eine Meningokokkenmeningitis ein glücklicherweise sehr seltenes, jedoch lebensbedrohliches Ereignis.

Im Zusammenhang mit anderen Infekten kann die Schleimhautbarriere durchbrochen werden und die Meningokokken gelangen in die Blutbahn. Jede Meningokokkenmengingitis ist ein medizinischer Notfall, der nur wenn er frühzeitig erkannt und behandelt wird, ohne Schäden abheilt. Die Inkubationszeit ist mit zwei bis sieben Tagen kurz. Die Erkrankung beginnt oft aus heiterem Himmel mit ganz kurzzeitiger Erkältung, dann rasch sehr hohes Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und einsetzende Schläfrigkeit, oft begleitet von ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit.

"Immer dann wenn rasch sehr hohes Fieber mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Erbrechen und Bewusstseinseintrübung auftritt ist ein sofortiger Arztkontakt dringend erforderlich auch außerhalb der üblichen Sprechzeiten", macht Helga Glaser deutlich. Erkrankungsgipfel sind das Säuglings- und Kleinkindesalter sowie das Teenageralter. Nicht gegen alle Meningokokkentypen kann geimpft werden. Leider gibt es gegen den häufigsten Typ B keinen Impfstoff. Meningokokkeninfektionen gehören zu den meldepflichtigen Erkrankungen.

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