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Ravensburg Stiftung Liebenau engagiert sich für Bulgarien

Das Partnerschaftsprojekt der Stiftung Liebenau mit einem bulgarischen Sozialverein in Varna wird von der EU gefördert. Am Mittwoch war eine Delegation aus Bulgarien zu Gast.

Bulgarien gilt als Armenhaus der Europäischen Union. Die Wirtschaft ist am Boden, das Land ist von hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Den Kommunen fehlen so auch die finanziellen Mittel, nachhaltig Strukturen für soziale Netze zu knüpfen. Besonders drastisch ist die Situation für Menschen, die zudem noch am Rande der Gesellschaft stehen: ethnische Minderheiten, Ältere, Kranke oder Behinderte.

Die Stiftung Liebenau pflegt über die die Diözesen bereits seit 1998 gute Kontakte zur bulgarischen Stadt Varna und hilft mit, Sozialdienste aufzubauen und zu unterstützen. „Wir waren damals schon davon überzeugt, dass das Zusammenwachsen in Europa nur über soziale Zusammenarbeit funktioniert“, bekräftigt Christoph Sedlmeier vom Bulgarisch-Deutschen Sozialwerk St. Andreas.

Im April dieses Jahres hat das Engagement in Bulgarien einen neuen wichtigen Impuls erhalten. Im Rahmen des europäischen Programms „Social Entrepreneurship“ zur Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen bezuschusst der Europäische Sozialfonds, kurz ESF, ein gemeinsames Projekt der Stiftung Liebenau und dem Verein „Zentrum für nachhaltige soziale Entwicklung“ in Varna mit rund 80 000 Euro, die bulgarische Regierung beteiligt sich mit weiteren 13 000 Euro.

Ziel des Projekts ist es, dem sozialen Unternehmertum in Varna und der Umgebung wichtige Impulse für die Aufbauarbeit zu geben.

Ein erstes Element stand hier am Mittwoch auf dem Programm, als eine Delegation aus Varna zunächst die Stiftung Liebenau und anschließend das Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg besuchte. „Wir sind sehr beeindruckt, wie bei diesen Einrichtungen das soziale Unternehmertum umgesetzt wird“, bekräftigte Projektleiter Borislav Frentschev und ergänzte: „Wir wären sehr froh, wenn sich ein paar dieser Ideen und Impulse auch in Bulgarien erfolgreich etablieren können“. Der ständige Erfahrungsaustausch sowie gegenseitige Besuche sind die Grundlagen des Projekts, das bis April 2014 laufen wird.

Direkt in der Basisarbeit aktiv und daher auch in das Projekt involviert ist Ivan Mihajlov. Der 30-Jährige erhält aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung eine Rente von 65 Euro. Würde seine Familie ihn nicht unterstützen, hätte er wohl keine Chance. Er griff auf der Suche nach Perspektiven zur Selbsthilfe und gründete mit anderen Betroffenen in Varna den Verein „Phoenix“, das mit Experimental-Theater oder auch der Produktion von Handarbeiten und Souvenirs Menschen am Rand der Gesellschaft wieder motivierende Momente gibt. Unterstützt werden durch das rund einjährige Projekt auch Resozialisierungsmaßnahmen für Strafgefangene und Aufklärungskampagnen in Roma-Ghettos. „Beispielsweise versuchen wir, junge Mädchen dazu zu bewegen, nicht mit 13 Jahren zu heiraten, sondern erst eine Schulausbildung abzuschließen“, beschrieb Monika Haitmann, Projektkoordinatorin bei der Stiftung Liebenau, ein konkretes Problem.

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