Das beschauliche Örtchen Taldorf nördlich von Friedrichshafen-Ettenkirch verwandelte sich am Samstag in einen brodelnden Hexenkessel: Beim sechsten Goscha-Marie-Mofa-Cup stand Taldorf Kopf und eine Wolke aus Staub und Zweitakter-Gemisch lag über der 578 Meter langen Rennstrecke zwischen Maisfeldern und Apfelbäumen.
Ausgerichtet vom Musikverein Taldorf, zieht das Mofarennen mit Volksfestatmosphäre Jahr für Jahr mehr Besucher an. Auch die Teams mit klingenden Namen wie „Zündapp Haie“, „Männer aus Flake“, „Wiesenfighter“ oder „Siloballen Racing“ kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Bayern, Österreich und der Schweiz.
Um wirklich alles aus dem getunten Schnäpperle herauszuholen, wurde nach dem Qualifying in der Boxengasse vor dem Hauptrennen nochmals kräftig geschraubt. Damit auch alles mit rechten Dingen zuging, mussten alle Mofas vor dem Start auf dem Geschwindigkeitsprüfstand im Festzelt Gas geben. Das Limit lag bei 50 Stundenkilometern und die Vorjahressieger vom Team „Power for the Bauer“ mussten ihr Gefährt vor dem Start noch ein wenig drosseln. Obwohl die Freiwillige Feuerwehr Taldorf den Goscha-Marie-Ring, benannt nach der legendären Taldorfer Wirtin mit dem sprichwörtlichen Mundwerk, vor dem Hauptrennen mit Wasser benetzt hatte, staubte es bereits ein paar Runden nach dem Start wie bei der Rallye Paris-Dakar. Aber es muss ja nicht immer eine Schlammschlacht sein. Am Rande der Rennstrecke feuerten die Grid Girls und Fans ihre Fahrer an. Entlang der Absperrungen standen tausende von Zuschauer dicht gedrängt, um möglichst viel Rennatmosphäre zu schnuppern. Auf der geraden Strecke gaben die Fahrer Gas was die Kreidler, Zündapp oder Puch hergab.
Sie legten sich nach vorne, um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten. Dann ging es wieder in eine der engen Kurven, nicht selten verbunden mit Tuchfühlung mit einem anderen Fahrer. Obwohl auch beim Goscha-Marie Mofa-Cup der olympische Gedanke zählt, so der Kommentator, gaben die Fahrer alles und hatten den Wanderpokal fest im Blick. Gewonnen hat ihn mit 107 Runden in einer Stunde 38 Minuten und 15 Sekunden das Team „Bergmafia“ aus Speinshart in der Oberpfalz, dicht gefolgt vom Vorjahressieger „Power for the Bauer“ aus Friedrichshafen mit 106 und dem Team „Schlammschlucker“ aus Tabitz mit 105 Runden. Das einzige reine Frauenteam „Chicken Run“ aus Ravensburg landete mit 52 Runden auf Platz 35 von insgesamt 45 Teams am Start.
