„Dieses Event ist nicht nur für die Ravensburger ein Muss, sondern auch für unsere Gäste aus der ganzen Region“, so eröffnete Franz Schwarzbauer die 23. Auflage von „Ravensburg spielt“. Der Kulturamtsleiter der Stadt Ravensburg sollte damit Recht behalten, denn bei schönstem Sommerwetter strömten wieder rund 30 000 Menschen am Samstag und Sonntag in die Ravensburger Innenstadt. Der gesamte Marienplatz, die Kirchstraße und der Hirschgraben wurden zum Spielplatz für Jung und Alt.
Ob mit den Brettspiel-Klassikern wie „Malefiz“ oder „Mensch ärgere Dich nicht“, über Schach und bis hin zu Minigolf oder Tischfußball. Kein Groß event lebt so vom Mitmachen wie „Ravensburg spielt“. Ganze Familien sitzen zusammen, Freunde verabreden sich gezielt, und nicht selten sitzen sich bei einem Spielchen auch wildfremde Menschen gegenüber.
Gerold Häring von der Agentur gXcom, der im Auftrag der Stadt Ravensburg das Event organisiert, bringt den wohl prägendsten Charakter auf den Punkt: „Wir haben hier ein freundliches und friedliches Fest.“
Wer bei einem Rundgang durch die Innenstadt die Szenerie einmal genauer betrachtet stellt schnell fest, dass das eigentliche Festgelände nie so wirklich definiert ist. Gespielt wird nicht nur auf den aufgestellten Tischen, sondern auch in Restaurants, Cafés oder Bars. Interessierte suchen sich an einer der Spielehütten ein Spiel nach Wahl aus und los geht's. Dass dies auch unkompliziert und vertrauensvoll funktioniert, beweist „Ravensburg spielt“ aufs Neue. Keine Hinterlegung eines Ausweises, kein Pfand, keine Gebühr.
Das freundliche und lockere Gesamtkonzept kommt auch bei von weiter angereisten Gästen gut an. „Unsere Kinder sind total begeistert“, berichtet die Familie Hüsler aus dem Schweizerischen Nottwil, die in der Bodenseeregion Urlaub macht. Schon kurz nach diesem prägenden Statement darf der Papa nach unzähligem Ärmelzupfen der Kinder auch gleich wieder los, um das nächste Spiel zu holen.
Nur einen Tisch weiter wird es plötzlich laut. Die neunjährige Melanie aus Weingarten lacht hämisch und zeigt auf ihren Opa. „Jetzt habe ich zum fünften Mal hintereinander beim Memory verloren“, klärt dieser leicht frustriert auf, lässt sich dann von der aufgedrehten Enkelin aber zu einem nochmaligen Durchgang überreden. Viel geboten war am Wochenende aber auch auf den beiden Veranstaltungsbühnen. Quizshows, Singen mit Käpt´n Blaubär oder Auftritte von Tanzgruppen und Zauberern sorgten generationenübergreifend für Unterhaltung und Kurzweil.
