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Von einigen Körperverletzungen abgesehen, bilanziert die Polizei für den Landkreis Ravensburg eine „ruhige“ Fasnet.

Eine weitgehend positive Bilanz hat Uwe Stürmer, Leiter der Polizeidirektion Ravensburg, für die diesjährige Fasnet bis zum Dienstagmorgen im Landkreis Ravensburg gezogen. Während des Hauptwochenendes und bei den zahlreichen Veranstaltungen davor sei es abgesehen von einigen Körperverletzungen zumeist ruhig geblieben. „Verantwortlich hierfür dürfte unter anderem die ausgesprochen gute Zusammenarbeit der Behörden und der Polizei mit den Veranstaltern und den Zünften im Vorfeld der Veranstaltungen, aber auch die erhöhte Präsenz sowie das konsequente Einschreiten der Polizei gewesen sein“, heißt es im Bericht der Polizeidirektion.

Erfreulich sei die rückläufige Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die am Rande der Feiern und Umzüge in stark alkoholisiertem Zustand aufgefallen sind. Waren es im vergangenen Jahr noch 84, so wurden dieses Jahr 64 Minderjährige mit einem Alkoholpegel von über 1 Promille angetroffen. Sie wurden teilweise im Vollrausch ihren Eltern übergeben oder mit Verdacht auf Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. Trauriger Spitzenreiter war ein 17-Jähriger mit einem Wert von 2,5 Promille, gefolgt von einem 16 Jahre alten Mädchen mit 2,2 Promille. Trotz dieser beiden Extremwerte zeigt sich laut Polizei im Vergleich zu den Vorjahren, dass nicht nur die Gesamtzahl zurück geht, sondern auch die Promillewerte der von der Polizei aufgegriffenen Kindern und Jugendlichen insgesamt gesehen gesunken sind. Wiesen in der Fasnet 2011 noch 23 Minderjährige einen Wert von über 1,3 und 37 sogar mehr als 1,6 Promille auf, wurden dieses Jahr bei zehn jungen Leuten Werte von über 1,3 und bei 22 über 1,6 Promille gemessen.

Dies sei sowohl ein Ergebnis des beständigen Einsatzes spezieller Jugendschutzteams der Polizei, die offensiv auf auffällige Jugendliche und Kinder zugehen, als auch der Zünfte, die zumeist auf den Verkauf von Alkoholika entlang der Umzugsstrecken verzichtet hatten.

Als besonders lobenswert erwies sich insbesondere die Rolle derjenigen Discounter und Einzelhändler, die auf Ersuchen der Polizei vor bestimmten Veranstaltungen zeitlich begrenzt auf den Verkauf branntweinhaltiger Getränke verzichtet haben. „Leider hat sich dieses vorbildliche Verhalten noch nicht bei allen Markleitern durchgesetzt“, sagt Polizeichef Uwe Stürmer. „In Aulendorf hat sich beispielsweise leider kein Händler der Bitte der Polizei angeschlossen. Dort wurde des Umsatzes willen leider durchgängig Alkohol verkauft.“ Problematisch bleibt nach wie vor der frühzeitig gekaufte und anschließend gebunkerte hochprozentige Alkohol, der dann meist außerhalb oder am Rande von Veranstaltungen konsumiert wird.

Auch dieses Jahr blieb der Hang zu Hochprozentigem mit daraus resultierenden unschönen Randerscheinungen eines der Hauptprobleme der Polizei und Rettungsdienste.

Trotz starker Präsenz der Polizei, die örtlichen Polizeikräfte wurden teils durch Diensthundeführer und den Freiwilligen Polizeidienst unterstützt, kam es zu einigen Körperverletzungsdelikten. So wurden am Freitag in Aulendorf zwei junge Männer nach einer Fasnetsveranstaltung ohne erkennbaren Grund auf dem Nachhausweg von einer Gruppe Fremder attackiert und erheblich verletzt. Einer der beiden musste anschließend stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

Gleich zu zwei Auseinandersetzungen kam es am Donnerstag in Baienfurt. Auch dort wurde in beiden Fällen ohne erkennbaren Grund zugeschlagen. Mit einem Bierkrug schlug ein bislang Unbekannter am Freitag in Mochenwangen zu. Das 14-jährige Opfer wurde am Kopf verletzt und musste sich im Krankenhaus behandeln lassen. In Amtzell schlugen drei Jugendliche einen 15-jährigen bewusstlos und traktierten noch einen 25-Jährigen, der schon am Boden lag, und traten ihm gegen den Kopf. Beide Opfer mussten sich ärztlich behandeln lassen.

In den vergangenen vier Wochen vor Rosenmontag zählte die Polizei im Landkreis 21 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer. Neun Autofahrer standen unter Betäubungsmitteleinfluss.

Gut angenommen wurde der vor kurzem im Landkreis eingeführte Partypass. Von dieser neu geschaffenen Möglichkeit wurde von den Jugendlichen intensiv Gebrauch gemacht. Viele hatten sich gut vorbereitet und kamen bereits mit fertig ausgefüllten Formularen zu den Veranstaltungen. In manchen Fällen kannten sich die Jugendlichen besser aus als die Veranstalter, worauf sich diese mit der Bitte um Auskunft an die Polizei wandten.

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