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Ravensburg Junge Israelis gestalten Unterricht

Drei junge Israelis informieren und diskutieren an Gymnasien in Ravensburg und Weingarten über ihre Heimat

Daniella Buchshtaber (Zweite von links), Reut Strumza (Dritte von links) und Rafael Osmo (rechts) diskutieren mit deutschen Schülern über Israel.
Daniella Buchshtaber (Zweite von links), Reut Strumza (Dritte von links) und Rafael Osmo (rechts) diskutieren mit deutschen Schülern über Israel. | Bild: Bild: Ebner

Ravensburg (ulk) Eine ungewöhnliche Unterrichtsstunde am Welfengymnasium Ravensburg: Als Dozenten stehen drei israelische Schüler vor der Tafel, die strenge Sitzordnung ist einem lockeren Stuhlkreis gewichen und die Unterrichtssprache ist Englisch. Daniella Buchshtaber, Reut Strumza und Rafael Osmo sind aus Nahariya im Norden Israels angereist, um deutschen Jugendlichen ihr Land und ihre Kultur näherzubringen.

Die drei 17-Jährigen machen aber keinen trockenen Frontalunterricht. Mit Ratespielen und moderierten Diskussionen locken sie die anfangs zurückhaltenden Deutschen aus der Reserve. Zunächst geht es darum, Israel besser kennenzulernen. Daniella, Reut und Rafael stellen eine Behauptung über ihre Heimat in den Raum, die rund 40 deutschen Jugendlichen müssen erraten, ob es stimmt oder nicht. So erfahren die Schüler zum Beispiel, dass Jerusalem und nicht Tel Aviv die Hauptstadt Israels ist und dass der USB-Stick in dem kleinen Land im Nahen Osten erfunden wurde. Danach erklärt Rafael die Bandbreite der jüdischen Religiosität, von nicht-praktizierenden bis hin zu ultraorthodoxen Juden. Reut informiert über Minderheiten anderen Glaubens, die in Israel leben: Muslime, christliche Araber und Drusen.

Die anschließende Diskussion nutzen die deutschen Altersgenossen ausgiebig: Sie löchern die drei Jugendlichen nach ihrer Meinung zur israelischen Armee und zum Nahost-Konflikt. Bereitwillig beantworten die 17-Jährigen die schwierigen Fragen. Zu den israelischen Siedlern im Gaza-Streifen sagt Daniella: „Sie repräsentieren keineswegs die Meinung der Bevölkerung. Mit ihrem Verhalten erschweren sie die Friedensbemühungen.“

Das Schulprojekt entstand im Rahmen der israelischen Nicht-Regierungs-Organisation Kav Hazinuk, in der die drei 17-Jährigen mitarbeiten. Durch die seit 18 Jahren bestehende Schulpartnerschaft zwischen Ravensburg, Weingarten und Nahariya wurde es ihnen ermöglicht, während ihres einwöchigen Aufenthalts Vorträge am Gymnasium Weingarten und am Welfengymnasium Ravensburg zu halten.

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