Mein

Ravensburg Forschung an Service-Robotern

Die Robotik-Gruppe Ravensburg-Weingarten. Sie arbeitet an der Sicherheit der Serviceroboter und entwickelt für sie Lernverfahren. | Bild: Hochschule

Eine Robotik-Projektgruppe der drei Hochschulen Ravensburg-Weingarten, Ulm und Mannheim wird vom Land mit rund 1,44 Millionen Euro gefördert. In dem Expertenteam spielen die Professoren Dr. Wolfgang Ertel und Dr. Holger Voos von der Hochschule Ravensburg-Weingarten eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit ihren Kollegen werden sie in den nächsten drei Jahren im Rahmen eines Zentrums für Angewandte Forschung eine universelle Methode zum Bau von mobilen Servicerobotern ausarbeiten.

"In der Wissenschaft kommt man nur mit vielen kleinen Schritten zu einem großen Ergebnis", erklärt Professor Ertel vom Studiengang Angewandte Informatik. Deshalb ist die Projektgruppe in fünf Teilbereiche aufgegliedert, die sich jeweils einem bestimmten Aspekt des Themas mobile Serviceroboter widmen. Das Ulmer Team will die Softwareentwicklung für Roboter vereinfachen und sich mit der Lokalisierung beschäftigen, die Kollegen aus Mannheim werden Objekterkennung und Bildverarbeitung erforschen. Und die Aufgabe der Weingartner werden die Sicherheitseigenschaften sowie die Entwicklung von Lernverfahren sein.

"Gerade die Sicherheit ist beim Thema Serviceroboter enorm wichtig", betont Holger Voos. Da Serviceroboter oft neben Menschen agieren und es sich beispielsweise im Bereich der Landwirtschaft um schweres Gerät handelt, muss der Roboter bei gefährlichen Situationen sofort abschalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den ein Serviceroboter erfüllen muss, ist die Anpassung an verschiedene Umstände. Mit der "Teaching Box", die Professor Ertel entwickelt, wird der Roboter seine Aufgaben selbst lernen können. Komplexe Aufgaben im Verhalten des Roboters müssen dann nicht mehr programmiert werden. Außerdem kann ein menschlicher Trainer dem Roboter Feedback geben, wie er sich möglichst situationsgerecht verhält. "Das Prinzip dieser Box erinnert an einen Fußballtrainer, der die Spieler erst beobachtet und ihnen dann sagt, was sie besser machen können", erklärt Ertel. Das Tool ist also eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Obwohl all die verschiedenen Ergebnisse am Ende des Projektes in einem konkreten Demonstrationsobjekt vereint werden sollen, ist es bewusst wissenschaftlich und nicht anwendungsbezogen ausgerichtet. "Wir wollen Forschung machen und nicht Produktentwicklung", stellt Ertel klar. Dabei gebe es auch viele spannende und zugleich anspruchsvolle Themen für Abschlussarbeiten. Dass sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Serviceroboter lohnt, ist für den Professor eine sichere Sache. Er tippt, dass es in etwa zehn bis fünfzehn Jahren eine ähnliche Revolution wie einst in der Kommunikationsbranche geben wird - dann werden "richtig tolle Serviceroboter" aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken sein.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Besonderes vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Ravensburg
Ravensburg
Ravensburg
Ravensburg
Ravensburg
Ravensburg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017