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Wilhelmsdorf Beim Schlaganfall zählt jede Minute

05.07.2007
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Etwa 200000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Jeder fünfte stirbt in den ersten vier Wochen an den Folgen, viele bleiben arbeitsunfähig oder schwer behindert. Auf großes Interesse stieß der Vortrag zu diesem Thema von Allgemeinmediziner Dr. Johannes Lambrecht aus Horgenzell und Dr. Thomas Staudacher, Oberarzt der Neurologie am St. Elisabethen-Krankenhaus in Ravensburg im Bürgersaal in Wilhelmsdorf. Sie klärten über Risikofaktoren, Behandlungsmöglichkeiten und Warnsignale auf.

"Der Schlaganfall ist ein Notfall, kann aber behandelt werden", sagte Dr. Staudacher. Dabei spiele der Zeitfaktor jedoch eine wesentliche Rolle. Unterschieden werden zwei Arten, zum einen der Hirninfarkt, der die Blutzufuhr unterbindet, zum anderen die Hirnblutung. Schwierig sei, dass die klinische Unterscheidung anhand der Beschwerden nicht möglich sei. Ist es beim Hirninfarkt überlebenswichtig, die Durchblutung des Gehirns möglichst schnell wieder in Gang zu setzen, damit möglichst viele Gehirnzellen gerettet werden, geht es bei der Gehirnblutung darum, eben diese zu stoppen.

"Je abrupter Störungen auftreten, desto eher muss mit einem Schlaganfall gerechnet werden", so Dr. Staudacher. Anzeichen können zum Beispiel Lähmungs- oder Taubheitsgefühle, Sehstörungen, Doppelbilder, Sprachstörungen oder extrem starke Kopfschmerzen sein. "Über den Notruf 112 sollte umgehend der Rettungsdienst benachrichtigt werden." Komme der Patient in die Spezialstation für Schlaganfälle des St. Elisabethen-Krankenhauses, die so genannte Stroke Unit, habe er eine etwa 30 Prozent höhere Chance ohne schwere Behinderung zu überleben.

"Der Schlaganfall ist für jeden Betroffenen traumatisierend und außerordentlich beängstigend", sagte Dr. Lamprecht. Danach brauche er vor allem Zuneigung und Verständnis vom Partner oder von der Familie. Dr. Lambrecht wies auf Bluthochdruck als Risikofaktor Nummer eins hin. Dieser lasse sich medikamentös gut behandeln. Dasselbe gelte für Diabetes und erhöhte Blutfettwerte. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Herzrhythmusstörungen und übermäßiger Alkoholkonsum.

Eingeladen hatten der Förderverein Miteinander Füreinander Wilhelmsdorf, die Selbsthilfegruppe Schlaganfall Ravensburg und Zuhause Leben der Caritas Bodensee-Oberschwaben.

Claudia Wörner

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