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Owingen Wasserbüffel in Billafingen

13.07.2011
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Projekt sichert Kulturlandschaft und Artenvielfalt: Für die Feuchtwiesen rund um den Heinz-Sielmann-Weiher Bei Owingen sind Wasserbüffel die idealen Weidetiere. Landwirt Christian Schmid hat jetzt eine Herde von insgesamt 13 Tieren.

Bei einem Studienaufenthalt in Australien vor 14 Jahren hatte sich Christian Schmid schon in die Tiere verliebt, nun hat der Agraringenieur aus Höllwangen in Überlingen selbst eine kleine Herde von Wasserbüffeln. Und die weiden auf den Feuchtwiesen rund um den Heinz-Sielmann-Weiher im Billafinger Tal in Owingen. Dahinter verbirgt sich ein Projekt zum Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaft in dem vom Gletscher geformten Urstromtal, in dem das Grundwasser hoch steht und das Grünland fast moorig ist. Schon seit einigen Jahren hat ein Arbeitskreis um die Biologen Peter Berthold und Jochen Kübler, den Ortsvorsteher Karl-Friedrich Barth und einige Landwirte und Grundbesitzer gemeinsam darüber gebrütet. Doch was lange gegärt hat, scheint nun gut zu werden.

Zunächst hatte Jochen Kübler vom Büro „365 Grad Freiraum und Umwelt“ ein Konzept für die Beweidung erarbeitet, das vom Landesprojekt „Plenum“, der Heinz-Sielmann-Stiftung und der Gemeinde gemeinsam finanziert wurde. Hier wurden insgesamt über 20 Hektar an Weideflächen im Tal und an den steileren Abhängen ausgewiesen, die in einem zweiten Schritt eingezäunt wurden. „Für manchen Landwirt waren die Pläne gewöhnungsbedürftig“, sagt Jochen Kübler. Doch gemeinsam mit Peter Berthold als Vertreter der Sielmann-Stiftung gelang es der Arbeitsgruppe mit viel Geduld, die notwendigen Flächen für das Projekt zur Verfügung zu bekommen.

Was Rinder draußen glatt verschmähen würden und was auch sonst keine gute Futterqualität hat, daran tun sich die Wasserbüffel gerne gütlich: Sauergräser, Schilfpflanzen und Schachtelhalme. So besteht die Chance, die Feuchtwiesen und damit die Landschaft langfristig mit mäßigem Aufwand offen zu halten. „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft“, ist auch Owingens Bürgermeister Henrik Wengert höchst erfreut.

Doch auch Natur und Biodiversität profitieren von den neuen, stabilen Lebensräumen. Die ersten Gelbbauchunken wurden in den Wasserlöchern schon gefunden, auch Insekten in großer Artenvielfalt werden sich nach den Erfahrungen der Biologen bald einstellen. Die ersten Partner haben die Wiederkäuer auch schon gefunden. Wie die Madenhacker in Afrika, so nehmen Stare die Wasserbüffel als Landungsplatz und sammeln die Bremsen ab – zum Wohle beider.

Die Wasserbüffel stammen ursprünglich aus Asien, wo sie in Indien und Pakistan noch heute zu den wichtigsten Milch- und Fleischlieferanten zählen. Seit langem sind sie auch in Südeuropa, insbesondere in Italien angesiedelt, wo ihre Milch den echten Büffel-Mozzarella liefert. So weit wird es in Billafingen nicht kommen, dessen ist sich Landwirt Christian Schmid sicher. „Dazu braucht es eine größere Herde, denn die Melkleistung ist mit sechs Litern nicht sehr hoch“, sagt er, „und beim Melken sind Tiere sehr empfindlich.“ Doch als Fleischlieferant sind die Wasserbüffel nicht minder interessant. „Das Fleisch ist hochwertiger und cholesterinärmer als Rindfleisch“, weiß Schmid. Die ersten drei Tiere hatte er schon im Vorjahr auf seinem Hof in Höllwangen bekommen, die ersten beiden Jungtiere hat er auch schon. Die Wasserbüffel scheinen sich in Billafingen wohl zu fühlen.


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