Owingen Owinger Rat will kein „Fracking“

Wie zahlreiche andere Gremien und Initiativen, sprach sich auch der Owinger Gemeinderat jetzt einhellig gegen die so genannte „unkonventionelle Erdgasgewinnung“ nicht nur auf der eigenen Gemarkung, sondern in der ganzen Region aus. Schon im April hatte Bürgermeister Henrik Wengert den Rat erstmals über die aktuellen Bestrebungen und Sondierungen dieser Art informiert.

Nun erläuterte Roland Schick, Leiter des Bereichs Qualitätssicherung und des Forschungslabor Süßenmühle im Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, die Problematik aus berufenem Munde. Schick selbst ist in Owingen zuhause und wird als Fachmann gerne zu Rate gezogen. Der Zweckverband Bodenseewasserversorgung hatte sich schon mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet und seine großen Bedenken gegenüber den aus seiner Sicht riskante Fördermethode gewandt, bei der über zahlreiche Bohrlöcher und gezielte Rissbildung im Gestein das Gas durch eingepumpte Flüssigkeiten herausgelöst werden kann. Die damit verbundenen Umweltrisiken machte Schick noch einmal dezidiert deutlich.

„In aller Deutlichkeit“ sprach sich der Gemeinderat in seiner anschließend beschlossenen Resolution gegen den Einsatz dieses Verfahrens grundsätzlich aus. Diese Haltung schließe „sowohl möglich Explorations- und Probebohrungen, als auch Bohrungen zur tatsächlichen Erdgasgewinnung im großtechnischen Maßstab ein“.

Die Hauptbesorgnis beziehe sich auf die zum Einsatz kommenden chemischen Zusatzstoffe, von denen einige in Verdacht stehen, krebserzeugend zu wirken. Die Besorgnis um eine Grund- und Trinkwassergefährdung, auch im Hinblick auf die Landwirtschaft insgesamt, wiege in der Bodenseeregion besonders schwer.

Gemeinsam mit weiteren betroffenen Kommunen in Baden-Württemberg setze sich die Gemeinde Owingen dafür ein, „dass das Bergrecht geändert wird“. Fracking soll demnach „zumindest in sensiblen Bereichen“ ganz verboten werden. An den Genehmigungsverfahren für diese umstrittene Erdgasförderung sollen die Kommunen und Kreise zukünftig als so genannte Träger öffentlicher Belange maßgeblich beteiligt werden, bekräftigt der Rat in der Resolution.

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