Meersburg Serenade unter freiem Himmel
02.09.2011
Meersburg (mbs) In den warmen Süden versetzt fühlten sich die Zuhörer im Innenhof des Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Noch warfen die roten Wände des Gebäudes die Sonnenstrahlen zurück. Den Auftakt des Serenadenkonzerts bildete das Blechbläseroktett, gefolgt vom Holzbläseroktett und einem 75-köpfigen gemischten Chor. Das kleine Kammerorchester vereinte sich im zweiten Teil des Programms mit dem großen Sinfonieorchester. Philipp Ahner, Leiter der Sommerakademie, bewies Optimismus und entschloss sich, die gesamte Aufführung unter freiem Himmel zu gestalten.
Selten hört man die sechsventilige F-Tuba. „Das ist etwas für absolute Könner“, urteilte Zuhörer Helmut Kussmaul aus Bad Teinach, selbst Tubaspieler, und bewunderte die junge Edna Rieger beim zweichörigen Oktett „Canzone“ von Giovanni Gabrieli unter dem Dirigat von Ehrhard Wetz. Aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ standen Auszüge für ein Bläseroktett auf dem Programm. Das Holzbläseroktett war mit dem Kontrabass eigentlich ein Nonett. Satte, warme Töne von Fagott und Oboe erreichten die Zuhörer, mischten sich mit Klarinetten und Hörnern und wurden zurückgeworfen von den Fronten des Innenhofes, aus dessen Fenstern sich junge, hübsche Sängerinnen und ältere, graumelierte Sänger beugten, in Erwartung ihres Auftritts auf der Bühne.
Die drei Lieder des gemischten Chors von Rossini unter Burkhard Kinzler begleitete Juheon Hand am Klavier, gebürtiger Koreaner. In stimmlicher Harmonie, Modulation und Ausdruckskraft beeindruckend, erhielt der Chor viel Beifall, auch wenn leider eine Erläuterung der italienischen Texte ausblieb.
Für die begeistert applaudierenden Zuhörer war das Concerto g-Moll für 2 Celli und Streicher von Antonio Vivaldi ein Höhepunkt mit rund 18 Musikern und den Nachwuchssolistinnen Judith Assenbaum und Hanna Hesse am Violoncello. Verstärkt durch die restlichen Musiker, entfaltete das große Sinfonieorchester der Sommerakademie unter der Leitung von Martin Lentz seine ganze klangliche Schönheit und Vielfalt beim „Preludio Sinfonico“ von Puccini mit venezianischem Charme. Mittlerweile war es dunkle Nacht geworden. Nachtfalter drehten ihre Runde um die Scheinwerfer. Gerade richtig für den stimmungsvollen „Capriccio Italien“ von Pjotr Tschaikowski und die emotional geladenen Musik dieses viel gereisten russischen Komponisten. Nach viel Applaus mischten sich die Teilnehmer unters Publikum und genossen am Buffet gemeinsam die milde Nacht.
