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Meersburg Schwulen-Hetze: „Nicht die Ansicht der Gesamtpartei“

02.12.2009
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Homosexuelle seien „krank“ und „pervers“ und trügen dazu bei, dass die Bevölkerung immer mehr abnehme. Mit diesen Äußerungen sorgte CDU-Mitglied Werner Leicht aus Stetten am Bodensee überregional für Aufruhr, nachdem diese Zeitung darüber berichtet hatte. Diese Worte fielen vergangene Woche am Rande der Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbands Meersburg. Die CDU Meersburg sowie Susanne Schwaderer, Kreisgeschäftsführerin der CDU Bodenseekreis, haben sich mittlerweile distanziert von den Aussagen Leichts sowie seines Parteifreundes Anton Model, der Leicht sekundiert hatte. Das seien „zwei Einzelne“, so Schwaderer im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das ist nicht die Ansicht der Gesamtpartei. Wir sind eine große Volkspartei und da gibt es eine ganze Bandbreite von Meinungen, von einem Ende zum anderen.“ Sie fügt hinzu: „Ich habe in meinem Freundeskreis selbst Schwule.“

Der CDU-Ortsverband Meersburg schreibt in einer Pressemitteilung: „Der Vorstand distanziert sich von solchen Äußerungen und bedauert, wenn sich Personen oder Personengruppen dadurch diffamiert fühlen.“ Die Diskussion, die diese Zeitung „verkürzt“ wiedergegeben habe, war durch einen Antrag Leichts ausgelöst worden. Diesen Antrag verlas der frisch gewählte neue Vorsitzende Martin Frick, der ihn laut eigenen Angaben an jenem Abend das erste Mal gesehen hatte.

Leichts Ausfall war nicht der erste

Dazu der Ortsverband: „Das wesentliche Anliegen des Antragstellers war nicht, Homosexuelle zu diffamieren oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu verbieten. Vielmehr wurde beantragt, dass die CDU sich dem Ansinnen des Koalitionspartners entgegenstellen sollte, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der im Grundgesetz geschützten Ehe rechtlich völlig gleichzustellen.“

So weit der Antrag. Doch Leicht entfuhren seine Überzeugungen unverhüllt, als das 19-jährige CDU-Mitglied Adrian Künstler ihm als Einziger vehement widersprach. Der Schüler prangerte die Intoleranz innerhalb der CDU an und entgegnete, Homosexualität sei „keinesfalls gesellschaftsvernichtend.“

Es war auch nicht das erste Mal, dass Leicht mit Homophobie über seine Heimat hinaus von sich reden machte, wenn auch nicht innerhalb der CDU, sondern in anderem Zusammenhang. Vor rund sieben Jahren war Leicht aus dem Männergesangverein Meersburg ausgetreten, aus Protest, weil dessen Dachorganisation, der Badische Sängerbund, auch Schwulen- und Lesbenchöre aufnimmt. Weil der Verein Leicht nicht als Sänger verlieren wollte, erfand man eigens für ihn eine „Gastsängerregelung.“ Diese Konstruktion, und weniger eine befürchtete Diskriminierung von Schwulen und Lesben, erboste ein anderes Vereinsmitglied so sehr, dass es gegen den Verein vorging. Dadurch geriet dieser überregional in die Schlagzeilen.

Neue Familienministerin freut sich über homosexuelle Paare

Diese hat nun, sehr zu ihrem Ärger, die Meersburger CDU. Sie will Leichts Antrag „und das weitere Vorgehen damit“ in einer ihrer nächsten Vorstandssitzungen beraten. Wann das sein wird, steht laut Frick noch nicht fest. Der neu gewählte Vorsitzende hätte sich einen leichteren Einstand gewünscht. „Ich wollte mich erst mal in Ruhe einarbeiten.“

Vielleicht hilft dabei ja auch ein Blick auf die Homepage der neuen CDU-Bundesfamilienministerin. Kristina Köhler jedenfalls hat keine Berührungsängste, was Homosexuelle angeht. Beim diesjährigen Christopher-Street-Day in Frankfurt fuhr sie prominent und für alle sichtbar auf dem Wagen der LSU mit (Lesben und Schwule in der Union). Die junge Ministerin Köhler: „Gerade als Christdemokratin freue ich mich über schwule und lesbische Paare, die in einer Lebenspartnerschaft dauerhaft füreinander Verantwortung tragen wollen. Hier werden konservative Werte gelebt!“ Natürlich sehe das in der Union noch nicht jeder so. „Aber immer mehr!“

Völlig unnötige Aufregung
Sehr zum Ärger "extrem frommer" Christen verliert das Thema Homosexualität immer mehr an Bedeutung.
Schwule erregen Konservative
Also, mit etwas Sarkasmus und Hähme: Für mich klingt diese Überschrift eindeutig zweideutig. ;-D
Wo er recht hat...
Homopaare werden sich in der Tat nicht ersetzen, doch dieses demographische Manko wird durch ...
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