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Meersburg Schüler ziehen alle Register

Konzert der „Red House Big Band“ und des Kammerchors. Droste-Hülshoff-Gymnasiasten geben gemeinsam Konzert.

Es war einer der ersten lauen Sommerabende in diesem Jahr, den die „Red House Big Band“ und der Kammerchor des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Meersburg zu einem gemeinsamen Konzert nutzten. Satter Big-Band-Sound, eine stimmgewaltige Sängerin sowie der durch homogenen Klang und präzise Einsätze hervorstechende Chor begeisterten das Publikum im gut gefüllten Atrium des Roten Gebäudes. Jenseits ausgetretener Pfade, mit pfiffigen Arrangements und Mut zum Experiment zeigten sich Band und Chor in einem spannenden Mix den rund 200 Gästen.
Der Kammerchor unter dem Dirigat von Peter Herrbold überzeugte mit bemerkenswerter Professionalität und ansteckend beschwingter Lebensfreude. Erst zu Beginn dieses Schuljahres wurde der Chor mit den überaus talentierten Stimmen gegründet. Mit „You make me feel like dancing“ von Leo Sayer griffen die Sänger tief in die Pop-Kiste und arrangierten die Coverversion mit einer originellen Tanzeinlage, was im Publikum gut ankam, wie der lebhafte Applaus bewies. Die 27 jungen Sänger dokumentierten auf eindrucksvolle Weise, dass A-cappella-Gesang alles andere als langweilig ist, sondern ungemein mitreißend sein kann. Der glasklare Harmoniegesang des zuvor intonierten „Wie kann es sein“ der Wise Guys erschien hierzu in einem spannenden Kontrast.

Andächtig still im Publikum wurde es bei der Coverversion des Humpe-Songs „So soll es bleiben“, bevor es an der Zeit war, der Milchkuh mit „Mona Mu“ zweistimmig den gebührenden Respekt zu zollen, was in dem leisen Meckern einer Ziege gipfelte, intoniert von Jonathan Ristow, gipfelte. In seinen launigen Überleitungen ging Herrbold auf die unterschiedlichen Kuh-Rassen ein, die auf der Welt vertreten sind.
Der Auftritt der Big Band mit einer Mischung aus Jazz und Popmusik erfuhr seine Würze durch meisterhafte Solisten: Mehrfach von Beifall unterbrochen, in erster Linie den Schlagzeug-Einlagen Felix Birnbaums geschuldet, zogen Blechbläser, Rhythmusgruppe und Holzbläser unter der Leitung von Nikola Schorr sämtliche Register ihres Könnens. Mit den Improvisationsstücken „So What“ von Miles Davis und „Equinox“ von Geoff Kulawick präsentierte sich eine experimentierfreudige Band mit einem Potpourri an Soli. Schorr betonte im Vorfeld, dass es nicht leicht für die Schüler sei, sich hinzustellen und „frei von der Leber weg“ zu spielen.
Und doch brillierten die Altsaxophonisten Theresa Sorg und Luca Maurice Redmann sowie Felix Häberle am Tenorsaxophon bei „Equinox“ mit einer ungemein geschmeidigen Tongebung. Felix Birnbaum, dessen Akzente am Schlagzeug maßgeschneidert und dennoch voller Spontanität wirkten, wechselte ans Vibrafon und bewies, dass er auch dieses Instrument vortrefflich beherrscht.
Den Höhepunkt des Konzertes setzte Hadassa Krämer mit „Fever“, einer Hommage an die Jazzsängerin Peggy Lee, wobei Krämers kraftvolle Altstimme wunderbar mit der „Red House Big Band“ harmonierte. Die einzige Zugabe des Abends, der Big-Band-Standard „Birdland“, endete in einem fulminanten Schlagzeugsolo Felix Birnbaums.

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