Eine Ausstellung mit dem mutigen Titel „Rund ums Schwäb'sche Meer“, was die Badener nicht so gern hören, wurde am Freitag im Westflügel des Neuen Schlosses Meersburg eröffnet. Es ist die zweite Ausstellung dieser Art, die bereits in Radolfzell viele Besucher anzog und von Art-Ressourcing – dahinter steckt Georg Cornelius Freundorfer aus Salem – organisiert wird. Freundorfer, der ein Atelier an der Burg in Meersburg in der Höllgasse betreibt, hat zu dieser Ausstellung einige seiner beeindruckenden Holzskulpturen beigesteuert. Die Schirmherrschaft hat Eryka Goll, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag und Mitglied des Ausschusses Verwaltung und Kultur, übernommen.
Es ist eine virtuelle Rundreise von Lindau bis zum Rheinfall bei Schaffhausen. Gustav Baumeister hielt die Einführung und stellte die beteiligten Künstler vor. Es sind Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder mit Wiedererkennungswert. Städte und Dörfer rund um den Bodensee, romantische Stimmungen und stille Winkel – wer den Bodensee kennt und liebt, wird viel Bekanntes entdecken.
Die Malerin Brigitte Michel malt in Öl und Acryl, während die Französin Monique Chevremont, in Paris geboren, die Schönheit des Bodensees für sich entdeckt hat und zarte Pastellbilder ausstellt. Kurt Utz ist ein Allroundtalent und zeigt neben vielen Bleistiftzeichnungen von Meersburger Winkeln und Fachwerkhäusern auch Aquarelle. Besonders stolz ist Gustav Baumeister auf seine Malschülerin Nathalie Volosevych aus der Ukraine, die trotz ihrer jungen Jahre mit ausdrucksstarken Ölbildern in starken Farben mit Konstanzer Ansichten beeindruckt, die gleich beim Betreten des Foyers ins Auge fallen.
Walter Baerens aus Hagnau hat seine Fotos von der Seegefrörne von 1963 mitgebracht und zeigt einen Film darüber. Es sind einzigartige Dokumente dieses Jahrhundertereignisses. Der verstorbene Dieter Geiseler, der seit 1953 in Meersburg wohnte und arbeitete, gab mit seinen großformatigen Seebildern bedeutende Impulse. Seine Witwe Ingeborg Geiseler lieferte für die Ausstellung ein Gemälde, welches die berühmte Einfahrt in den Lindauer Hafen zeigt. Ursula Zirkler-Hahn sammelte Schwemmholz am Bodenseeufer und fertigte hieraus Skulpturen.
Gustav Baumeister gab in seiner Einführung einen Einblick in die Geschichte des Bodensees, an dessen Ufern drei Länder, Deutschland, Österreich und die Schweiz die Landschaft prägen. Äußerst vergnüglich war die musikalische Umrahmung der Vernissage. Wilfried Klöck brachte mit seinen italienischen Gesangsromanzen und weinseligen Liedern der Wachau mit viel Temperament ein mediterranes Flair in den Saal und Andrea Ringendahl begleitete ihn ebenso heiter auf dem Klavier, was dem Duo begeisterten Applaus mit Zugaben einbrachte.
Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2009 im Neuen Schloss in Meersburg täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr zu sehen.