Meersburg San Gimignano fest in Meersburger Hand

Rund 40 Meersburger mit Bürgermeister Robert Scherer begleiten den Fanfarenzug in die toskanische Partnerstadt San Gimignano. Dem Musikzug, seit langem mit den "Cavalieri di Santa Fina" befreundet, kommt dieses Jahr die Ehre zu, das dreitägige Mittelalterfest „Ferie delle messi“ zu eröffnen.

Endlich wieder eine Bürgerfahrt nach San Gimignano. Der Fanfarenzug und dreißig weitere Meersburger bestiegen vergangenen Donnerstag erwartungsvoll den Doppelstockbus, der sie in einer elfstündigen Nachtfahrt in die toskanische Partnerstadt bringen sollte. Gerade an diesem Tag war der Tunnel am Bernardino gesperrt, so dass der Bus die Route über Reschen, Brenner und Verona nehmen musste. Die stärkeren Hindernisse aber lagen in den von LKWs überfüllten Rastplätzen, in denen sich der Riesenbus wie in einem Labyrinth immer stärker festzufahren schien.

Ratlosigkiet bei der nächtlichen Rast am Brenner, weil der Bus scheinbar nicht weiter konnte. Doch nach Ablauf der Fahrerpause hatten einige LKWs ihren Platz verlassen und gaben die Weiterreise frei.
Ratlosigkiet bei der nächtlichen Rast am Brenner, weil der Bus scheinbar nicht weiter konnte. Doch nach Ablauf der Fahrerpause hatten einige LKWs ihren Platz verlassen und gaben die Weiterreise frei. | Bild: Uwe Petersen

Allen Schwierigkeiten zum Trotz kamen die Meersburger am Freitag kurz nach 9 Uhr in San Gimignano am Bushalteplatz an und wurden dort – wie immer – herzlich empfangen: Fulvia und Letizia vom Pro Loco, Carolina von der Stadt und mehrere „Cavalieri“ sorgten für ein großes Hallo und hatten Fahrzeuge bereitgestellt, die das Gepäck auf die verschiedenen Hotels verteilten. Schon um diese frühe Uhrzeit konnte man ahnen, was das Hauptproblem der nächsten Tage sein würde: eine fast tropische und auch schwüle Hitze, die jeden Schritt beschwerlich machte.

Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch: Wiedersehensfreude bei denen, die die Partnerstadt bereits kannten, Neugier auf das Unbekannte bei den anderen. Das ließ alle Mühen vergessen, auch die Müdigkeit nach einer langen Busfahrt. Der erste Programmpunkt war eine Stadtführung um 14 Uhr. Bis dahin konnte sich jeder erfrischen, ausruhen oder mit der Stadt anfreunden. Die Deutsche Lisa Niefnecker, die seit Jahrzehnten in der Toskana lebt, führte in einem der Hitze angepassten Tempo zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und erläuterte die wichtigsten historischen Hintergründe der Stadtgeschichte.

Auf der der Stadtführung mit Lisa Niefnecker (in der Bildmitte) konnten die Meersburger ihre Partnerstadt San Gimignano unter fachkundiger Leitung weiter kennen lernen.
Auf der der Stadtführung mit Lisa Niefnecker (in der Bildmitte) konnten die Meersburger ihre Partnerstadt San Gimignano unter fachkundiger Leitung weiter kennen lernen. | Bild: Uwe Petersen

„Das hat sie sehr gut gemacht“, befanden die Teilnehmer, die großenteils trotz der Hitze bis zum Schluss durchhielt.

Währenddessen bereitete sich der Fanfarenzug auf seinen ersten Auftritt vor: Ihm kam die Ehre zu, um 18.30 Uhr das dreitägige Fest „Ferie delle messi“ zu eröffnen. Auftritte von Gauklern und Falknern, von Fahnenschwingern und Kostümträgern, von den Gruppen der „Cavalieri di Santa Fina“ und dem Fanfarenzug dienen der Umrahmung dieses Festes, in dessen Mittelpunkt verschiedene Wettbewerbe stehen, die die vier Stadtteile der Altstadt untereinander austragen. Dazu gehören zum Beispiel Tauziehen, Bogenschießen und – besonders spektakulär – ein Pferderennen, bei dem die Reiter versuchen, als erster ein Ziel mit seiner Lanze zu treffen.

Die bunte Schar der Meersburger war inzwischen auf fast 80 Personen angewachsen; denn zu den Businsassen gesellten sich diejenigen, die mit dem Motorrad oder dem Auto angereist waren – unter ihnen auch Bürgermeister Robert Scherer mit Familie. In jeder Bar rund um die zentralen Plätze am Dom und an der Zisterne traf man auf bekannte Gesichter und gesellte sich zueinander: San Gimignano schien in Meersburger Hand zu sein, aber auf ganz und gar freundschaftliche Weise. Abends war als ein Höhepunkt der Fahrt ein gemeinsames Abendessen aller Meersburger und einiger Gäste aus San Gimignano im Restaurant „Il Feudo“ angesagt. Zwischen Sektempfang und Überraschungs-Nachspeise – eine große Torte mit den Glückwünschen zu 15 Jahren Partnerschaft – lagen drei Gänge und viele nette Gespräche, die alle Beteiligten satt und zufrieden machten.

Die Türme San Gimignanos stehen immer im Mittelpunkt – auch während der Stadtführung.
Die Türme San Gimignanos stehen immer im Mittelpunkt – auch während der Stadtführung. | Bild: Uwe Petersen

Städteparternschaft

In diesem Herbst wird die Partnerschaft zwischen der „Burgenstadt“ am Bodensee und der „Stadt der Türme“ in der Toskana 15 Jahre alt. Von Beginn an passten die beiden mittelalterlichen Kleinstädte gut zusammen: eine in vielen Details parallele Geschichte, die Bedeutung des Weinbaus und des Tourismus für beide Städte, hier der Obstbau und dort die Olivenhaine sind Themen, die verbinden. Ein Glücksfall für die Partnerschaft ist die Freundschaft zwischen der Kostüm- und Trommlergruppe „Cavalieri di Santa Fina“ und dem Fanfarenzug Meersburg, die sich seit Jahren gegenseitig zu den Mittelalterfesten der Städte besuchen. Die „Ferie delle messi“ sind auch der Anlass für die aktuelle Bürgerfahrt, bei der rund 40 Meersburger den Fanfarenzug begleiten. (up)

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