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Meersburg Narren reagieren nach Rauswurf aus der VSAN gelassen

16.07.2012
Meersburg -  Nach dem Rauswurf der Narrenzunft Schnabelgiere aus der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) seien die bisherigen Reaktionen der Meersburger Aktiven von „Erleichterung und Gelassenheit“ geprägt. So berichten Zunftmeister Peter Schmidt und sein Vize Thomas Mackowiak.

Gehören zum Meersburger Narrentreiben dazu: Die Burghexen sind Anlass des Streits zwischen der Schnabelgiere-Zunft und der VSAN.  Bild: Floetemeyer

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Nach dem Rauswurf der Narrenzunft Schnabelgiere aus der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) seien die bisherigen Reaktionen der Meersburger Aktiven von „Erleichterung und Gelassenheit“ geprägt. So berichten Zunftmeister Peter Schmidt und sein Vize Thomas Mackowiak. Mackowiak scherzt, er fühle sich jetzt „als freier Narr“.

Schmidt, Mackowiak sowie der Überlinger Rechtsanwalt Richard Beurer, der auch Mitglied der Schnabelgiere-Zunft ist, waren bei der „Anhörung zum Ausschluss“, zu der die VSAN Schmidt auf ihre Präsidiumssitzung in die Nachsorgeklinik Tannheim geladen hatte. Dort arbeitet VSAN-Präsident Roland Wehrle als Geschäftsführer.

Gleich eingangs habe Wehrle verkündet, dass die Schnabelgiere-Zunft, „wenn sie nach einem Ausschluss ihre Mitgliedschaft gerichtlich erstreite, in der VSAN nie mehr willkommen sei.“ Die momentane Stimmung in Meersburg deutet nicht auf einen juristischen Weg hin. Die Zunft will aber die schriftliche Begründung des Ausschlusses abwarten. „Das besprechen wir dann mit unserem Anwalt“, so Schmidt. Es stößt ihm auf, dass die VSAN behaupte, alle Lösungsvorschläge seien an Meersburg gescheitert. Er erinnere sich an ein Treffen mit VSAN-Vertretern vor einigen Jahren in Markdorf, wo der Vorschlag der Meersburger, ihre Hexen in eine schenkende Figur umzuwandeln inklusive neuer Maske unisono auf Begeisterung gestoßen sei. „Und hinterher wurde er doch abgelehnt.“

Nach dem Ausschluss können die Hexen nun Hexen und in der Zunft bleiben. Man habe in Tannheim nochmals betont, dass die Fastnacht in Meersburg im Vordergrund stehe und man diese nicht spalten werde, indem man die Hexen ausgliedere. „Die Hexen werden wachsen und gedeihen“, prophezeit Schmidt. Sie machen etwa 100 der rund 500 Meersburger Hästräger aus.

Schmidt glaubt, zum Schluss sei es der VSAN nur noch darum gegangen, an Meersburg ein Exempel zu statuieren. „Wir sind sicher keine Rebellen, waren aber auch nie eine folgsame Zunft.“ Die erste Abmahnung von der VSAN habe die 1952 eingetretene Zunft schon 1954 erhalten. „Weil die Meersburger Zimmermannsgilde in Konstanz auf der Marktstätte den Narrenbaum gestellt hat.“

Mit der Entscheidung von Freitag setzt die VSAN erstmals in ihrer 88-jährigen Geschichte ein Mitglied vor die Tür. Innerhalb der Vereinigung könnte die Schnabelgiere-Zunft noch die Hauptversammlung anrufen. Da hätten die Meersburger aber „keine Chance“, glaubt VSAN-Präsident Roland Wehrle. Schließlich hätten die Zunftmeister, bei nur zwei Enthaltungen, das Präsidium mit dem Ausschluss beauftragt.

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