Elf Tage hat SWR-Reporter Axel Gagstätter gebraucht, um von Meersburg nach Sylt zu kommen. Eine lange Zeit? Nicht, wenn der Weg das Ziel und der Reisende zwar mit Wohnwagen unterwegs ist, aber ohne Auto. Gagstätter startete seine ungewöhnliche Tour Anfang Juli am Meersburger Fährhafen (der SÜDKURIER berichtete).
Bereits auf der anlegenden Fähre guckte er nach Autos mit Anhängerkupplung und sprach deren Besitzer an – noch ohne sich als Reporter zu erkennen zu geben. Schon nach kurzer Zeit erklärte sich „ein nettes junges Paar bereit, mich abzuschleppen, sie im achten Monat schwanger“. Bis in die Nähe von Ulm zogen sie ihn. Das war auch der Plan: Maximal 150 Kilometer mit einem Auto, „sonst wird's langweilig.“ Auf einem Rasthof bei Frankfurt allerdings hing Gagstätter auch schon mal 20 Stunden fest. Am nächsten Tag hatte er dann aber schon beim ersten Autofahrer Glück.
„Ich habe viele nette Leute kennengelernt und könnte jetzt gut weitertrampen“, sagt der kommunikative 52-Jährige. Mit seinem Budget von 20 Euro pro Tag kam er jedoch nur schwer zurecht. Zum Glück sei Kameramann Hubert Ersinger, der ihn zusammen mit Kamerafrau Ingalena Klute im Wohnmobil begleitete, ein guter Koch. „Wir haben unser Geld manchmal zusammengeworfen.“ Und sonst arbeitete der Reporter, der das ja schon von seinem Format „Gagstätter schafft“ kennt, für Kost und Logis. So verputzte er an einem See in Niedersachsen mal eine „Riesenfischplatte“, die seinen Geldbeutel sprengte, und putzte dafür am nächsten Tag den Räucherofen.
„Es wurde aber nachgearbeitet“, gesteht er. Um viele „tolle Bekanntschaften“ und Eindrücke reicher, kehrte Gagstätter ins Ländle zurück. Fazit seiner Reise: „Es wäre eine Liebeserklärung an Deutschland geworden – wenn's Wetter besser gewesen wäre.“
Die Folgen von „Gagstätter reist von Meersburg ans Meer“ zeigt der SWR ab 24. August während der Landesschau von 18.45 bis 19.45 Uhr. Im Radio berichtet Gagstätter bereits am heutigen 14. August von 10 bis 12 Uhr bei SWR1 „Leute“ über seine Tour.
