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Meersburg Heimatmedaille für Monika Taubitz

Monika Taubitz ist um eine Auszeichnung reicher. Die Schriftstellerin und Lyrikerin erhielt Anfang September die Heimatmedaille Baden-Württemberg. Ihr neuer Roman spielt am Bodensee und an der Nordsee.

Monika Taubitz, Schriftstellerin und Lyrikerin aus Meersburg, konnte den vielen Auszeichnungen, die sie schon erhalten hat, eine neue hinzufügen: Anfang September bekam sie aus der Hand von Kunstministerin Theresia Bauer die Heimatmedaille Baden-Württemberg überreicht. Der SÜDKURIER besuchte sie jetzt in ihrer Bibliothek in Meersburg.

Mit dieser Medaille zeichnet das Land Baden-Württemberg Persönlichkeiten aus, die sich um die Heimat- und Brauchtumspflege verdient gemacht haben. Diese eher seltene Medaille wurde an zehn Bürger in einer Feierstunde im Wasserschloss Glatt bei Sulz am Neckar verliehen. Die Kunstministerin Theresia Bauer betonte: „Die ausgezeichneten Persönlichkeiten übernehmen Verantwortung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Identität unseres Landes.“

Die gebürtige Breslauerin trägt ihre Heimat Schlesien immer im Herzen. Das Kriegsende in Breslau und die Vertreibung aus der Heimat 1946 waren einschneidende Erlebnisse und haben Monika Taubitz für immer geprägt. Seit 1965 ist ihr Mittelpunkt in Meersburg und sie hat an der Grund- und Hauptschule bis zu ihrer Pensionierung 1997 viele Generationen von Kindern als Lehrerin unterrichtet.


Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte Monika Taubitz 1968. Ihrer ersten Reise 1972 zurück in die alte Heimat folgten viele weitere – auch in diesem Jahr hat die Schriftstellerin eine Reise nach Warschau, eingeladen von der dortigen Universität der Germanistik, unternommen. Monika Taubitz hat ihre schrecklichen Kriegseindrücke in Romanen und Gedichten verarbeitet und es ist ihr gelungen, eine Annäherung und Versöhnung durch die Verbreitung ihrer Werke auch in Polen voranzutreiben. Der Gedichtband „Ein Land gab mir sein Wort“ ist sogar in deutscher und polnischer Sprache erschienen und in polnischen Schulbüchern sind Werke von ihr gedruckt.

Aber auch in ihrer zweiten Heimat Meersburg hat sie sich engagiert und ein Denkmal gesetzt. Der Gedichtband „Im Anschlag der Wellen“ und das Lesebuch „Schön wie der Mond“, welches zur Tausendjahrfeier der Stadt Meersburg erschien, zeugen von ihrer Liebe zu Meersburg. Viele Jahre hat sie im „Dienste der Droste“ gestanden und durch das Fürstenhäusle geführt. So ist die ihr verliehene Heimatmedaille eigentlich eine Anerkennung im Dienste zweier Heimaten.

Die Schriftstellerin hat in diesem Sommer vier Wochen auf der Nordsee-Hallig Hooge verbracht. „Hier in dieser Abgeschiedenheit – auf der Hallig leben gerade 80 Menschen – habe ich meinen sechsten Roman geschrieben.“ Das Werk trägt den Titel „Almut's Briefe“ und spielt am Bodensee und an der Nordsee, bestätigt sie.
 

Zur Person: Monika Taubitz

Monika Taubitz wurde am 2. September 1937 in Breslau geboren und lebte mit ihrer Mutter bis zu ihrer Vertreibung in Eisersdorf in der Grafschaft Glatz in Schlesien. In Westdeutschland machte sie 1958 das Abitur und studierte am Pädagogischen Institut in Weingarten.

Von 1960 bis zu ihrer Pensionierung 1997 war sie als Lehrerin an der Grund- und Hauptschule in Meersburg tätig. 1968 erschien ihr erster Gedichtband „Fallende Sterne“. Viele Gedichtbände und Romane folgten. Monika Taubitz war bis 2011 Vorsitzende des „Wangener Kreises“, Gesellschaft für Literatur und Kunst „Der Osten“, und erhielt 1978 den Eichendorff-Literaturpreis, dem viele andere Auszeichnungen folgten. Die Schriftstellerin lebt in Meersburg und hat sich neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch kulturell in Meersburg engagiert.

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