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Meersburg Freie Reichsstadt bleibt ein Traum

Meersburg – Das historische Schauspiel „Mord auf dem See. Simon Weinzürn, der Rebell von Meersburg“ wurde beim gestern zu Ende gegangenen Mittelaltermarkt aufgeführt.

Schauspiel: Bürgermeister Simon Weinzürn ist ein Rebell und Freiheitskämpfer, der Meersburg zur Freien Reichsstadt machen will.
Schauspiel: Bürgermeister Simon Weinzürn ist ein Rebell und Freiheitskämpfer, der Meersburg zur Freien Reichsstadt machen will. | Bild: Bild: Mühlbauer

Diese düstere Geschichte, die historisch belegt ist, war eine de Hauptattraktionen für die Besucher. Die Gruppe „Autumnus Medievalis“, die das Spektakel aufführte, ist ein Verein, dessen Mitglieder sich dem Mittelalter widmen. Der Verein wurde im Jahr 2000 gegründet. Die Mitglieder wollen möglichst authentisch die Zeit von 1460 bis 1500 in Schauspielen, Schwertkämpfen und Markttreiben lebendig werden lassen.

Simon Weinzürn war der erste Meersburger Bürgermeister, der vom Volk gewählt und nicht vom Bischof eingesetzt wurde. Sein Traum war, die Burgenstadt zur Freien Reichsstadt zu machen.

Hautnah konnten die Besucher miterleben, wie 1460 der Bischof von Konstanz, Heinrich von Hewen, zu einer List greift, um die Stadt wieder in Besitz zu nehmen. Angeblich will er nur auf dem kürzesten Weg von Konstanz nach Heiligenberg gelangen, um dort gegen die Grafen Krieg zu führen. Aber dann nimmt seine Truppe Simon Weinzürn gefangen und der Vogt des Bischofs lässt ihn peinlich verhören und foltern. „Wir brauchen keinen Bürgermeister und keinen Stadtrat von Meersburg“, sagt er verächtlich. Nachdem der Vogt keinen Scharfrichter findet, der ohne ein gültiges Gerichtsurteil den Bürgermeister hinrichtet, wird Simon Weinzürn in Ketten an den Bodensee zur Schiffslände geführt, wo eine Lädine, ein mittelalterliches Frachtschiff, auf ihn wartet. Mitten auf dem See wird er ins kalte Wasser gestoßen.

Schon durch die Tatsache, dass das Spektakel mit dem schrecklichen Ende sozusagen an Originalschauplätzen stattfindet, ist es einzigartig. Neben den Schauspielern haben die Landsknechte des „Ulmer Aufgebots“ in ihren glänzenden Rüstungen sowie die mittelalterliche Truppe aus der italienischen Partnerstadt San Gimignano, die den Zug an den See anführten, großen Anteil am Erfolg. Auch die Alte Burg lud an diesen drei Tagen dazu ein, das Ritterleben anschaulich zu erleben. Wer weiß, ob die in der Burg vorhandene Folterkammer einst nicht für Weinzürn zur Qual geworden war.

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