Meersburg Ehemaligen-Treffen der Knabenmusik: Großes Open-Air-Konzert mit rund 200 Akteuren

Die Knabenmusik Meersburg und die ehemaligen Knabenmusiker boten am Samstagabend beim Open-Air-Konzert im Reithof des Droste-Hülshoff-Gymnasiums nicht nur ein beeindruckendes Bild und bombastische Klänge. Sie präsentierten sich den begeisterten und in Scharen herbeigeströmten Zuhörern als Familie mit einer gemeinsamen Sprache: Musik.

Seit 15 Jahren war es nun das dritte Ehemaligen-Treffen der Merrsburger Knabenmusik. Alles wurde seit Beginn des Jahres unter der Regie von Hubert Möhrle vorbereitet. An die 170 ehemalige Knabenmusiker hatten ihre Teilnahme zugesagt und probten seit Samstagvormittag in der Meersburger Sommertalhalle. Unter der Leitung von Thomas Kemmer – ehemaliger Knabenmusiker an der Posaune von 1961 bis 1974 und jetzt Dirigent beim Heeresmusikkorps 9 in Stuttgart – eröffnete das Ehemaligenorchester I mit den älteren Ehemaligen das Konzert mit dem schmissigen Marsch Zapfenstreich Nr. 1 und begeisterte das Publikum mit beliebten Musikstücken aus den 60er und 70er Jahren.

Launig wies Peter Schmidt, ehemaliger Knabenmusiker, in seiner kurzweiligen Moderation auf die jüngeren Gesichter des Ehemaligenorchesters II hin, die beliebte Werke aus den 80er und 90er Jahren spielten. Spätestens bei "Moment of Morricone" war der Beifall und Jubel der Zuhörer nicht mehr zu bremsen. Dieses Mal unter der Leitung von Martin Schmidt, der von 1983 bis 1994 Trompete in der Knabenmusik spielte und der den Musikverein Ahausen 25 Jahre dirigierte. Knapp 40 aktive Knabenmusiker zeigten unter der Leitung ihres Dirigenten Christoph Maaß, dass sie sich hinter den Ehemaligen nicht verstecken müssen. Ihr abwechslungsreiches Programm gefiel dem Publikum sehr gut.

Für eine Überraschung sorgten die Ehemaligen zudem: Sie übergaben Christoph Maaß einen Spendenscheck über 1800 Euro, der den jungen Knabenmusikern bei ihrer Skandinavien-Konzertreise im Sommer ein besonderes Freizeitvergnügen beschert. Absoluter Höhepunkt war das Zusammenspiel aller Musiker – aktuelle Knabenmusiker und ehemalige Knabenmusiker unter der Leitung ihrer früheren Dirigenten Werner Asmacher und Szabolcs Galanthay. Mit dem Bodenseemarsch von Toni Haile zogen die Ehemaligen in ihren roten Polo-Shirts ein und formierten sich dann mit den aktiven Knabenmusikern in ihren schmucken Uniformen zu einem weiteren Highlight von Toni Haile: "Der kleine Trommler". Nicht weniger als 14 "kleine" Trommler standen für dieses Stück parat, darunter der "kleine" Trommler, für den der Part damals von Toni Haile komponiert wurde: Siegfried Heger, der für dieses Abend extra aus Los Angeles angereist war.

Wie es Tradition ist bei den Knabenmusikkonzerten, beendete Nachtwächter "Winnie vor der Stadt" den Abend. Die begeisterten Zuhörer erhielten eine weitere Zugabe.

Knabenmusikleiter gestern und heute

Die ehemaligen Knabenmusikleiter Werner Asmacher und Szabolcs Galanthay und der amtierende Leiter Christoph Maaß beantworteten Fragen zur Anzahl der aktiven Musiker während ihrer Zeit, ihren Highlights damals, ihrem Lieblingsinstrument, führten Gründe an, warum ein Junge in die Knabenmusik eintreten sollte und überlegten Wünsche für die Zukunft der Knabenmusiker.

  • Werner Asmacher leitete von 1979 bis 2001 die Knabenmusik Meersburg mit etwa 80 aktiven und in Ausbildung befindlichen Musikern. Für ihn war die gesamte Zeit mit den Knabenmusikern ein Höhepunkt. Sein Lieblingsinstrument ist natürlich die Trompete. Gute Gründe, Knabenmusiker zu werden, sind die fundierte musikalische Ausbildung und die gute Kameradschaft. Er wünscht der Knabenmusik weiterhin begeisterten und leistungsbereiten Nachwuchs.
  • Szabolcs Galanthay war von 2001 bis 2012 Leiter der Knabenmusik, die ungefähr 70 aktive und in Ausbildung befindliche Musiker aufwies. Höhepunkte waren für ihn die Mexiko-Reisen und die Staatsbesuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler. Lieblingsinstrumente sind die Querflöte und das Waldhorn. Gründe, Knabenmusiker zu werden: das Musikmachen, das soziale Miteinander, die Kameradschaft – das alles wirkt sich positiv auf die Entwicklung junger Menschen zwischen acht und 14 Jahren aus. Er wünscht der Knabenmusik jetzt und für die Zukunft viel Nachwuchs.
  • Christoph Maaß, selbst ehemaliger Knabenmusiker und Schüler von Werner Asmacher, leitet seit 2016 die Knabenmusik, die etwa 50 aktive und in Ausbildung befindliche Mitglieder zählt. Er will durch Musik und Konzerte begeistern und so für Nachwuchs werben. Er wünscht seinen Knabenmusikern viel Freude an und mit der Musik, Spaß bei kameradschaftlichen Anlässen und in wenigen Wochen eine gute Konzertreise nach Skandinavien. Immer wieder bereitete die Knabenmusik den Weg für musikalische Karrieren. So zum Beispiel bei Valentin Eschmann, der mit 13 Jahren aus Oberschwaben als Hornist in die Knabenmusik eintrat – aufgrund ihres guten Rufes und des fundierten Unterrichts. Er studierte Musik und tritt im September eine unbefristete Stelle als Solo-Hornist bei der Staatskapelle Karlsruhe an.

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