Mein
 

Meersburg Breuckmann-Stiftung unterstützt Projekt in Malawi

Elisabeth und Bernd Breuckmann gründeten 2011 die Elisabeth und Bernd Breuckmann. Sie helfen unter anderem Menschen im afrikanischen Malawi.

Wenn sich ein Ehepaar nach einem langen und erfüllten Berufsleben zur Ruhe setzt, stellt man sich ein behagliches Leben zwischen Wohnzimmer und Garten vor, vielleicht noch mit schönen Urlaubsreisen. Doch das war Elisabeth und Bernd Breuckmann zu wenig. Beide promovierte Atomphysiker, sie in einem Raumfahrtunternehmen tätig, er in einem selbst gegründeten und geleiteten Technologie-Unternehmen, hatten sich schon Jahre vor ihrem Ruhestand überlegt, dass sie mit einem Teil ihres Vermögens anderen Menschen helfen wollen. Ende 2011 setzten sie – nach langer Vorarbeit – diesen Plan in die Tat um und gründeten mit einem Stiftungskapital von 500 000 Euro die Breuckmann-Stiftung, die konfessionell und parteipolitisch ungebunden ist und sich vor allem den Kampf gegen die Überbevölkerung auf die Fahnen schreibt.

Dass sich diese Stiftung ausgerechnet in Malawi engagiert, ist zum Teil Zufall. Denn als Firmenchef hatte Bernd Breuckmann beruflich Professor Friedemann Schrenk kennen gelernt, der in Frankfurt Paläobiologie lehrt und Direktor am renommierten Senckenberg-Institut ist. Zu Ausgrabungen war und ist er häufig in Malawi und hatte dabei das riesige Elend der Menschen dort erfahren – gerade außerhalb der Hauptstadt und vor allem der Frauen und jungen Mädchen. „Er hat uns auf die Idee gebracht, mit unserer Stiftung in Malawi tätig zu werden, und hat sich als stellvertretender Vorsitzender auch gleich für den Vorstand der Stiftung zur Verfügung gestellt.“

„Vielfach sind die Mütter selbst noch Kinder“

Damit ist auch der direkte Kontakt ins Land gesichert, eine Grundvoraussetzung, wenn das Geld bei den Bedürftigen ankommen soll. Seit 2013 unterstützt die Stiftung eine Organisation „Institute for Integrated Woman Development“ (IIWD), die sich um die Interessen und Rechte der Frauen und Mädchen in Karonga kümmert. Hier – weitab von der Hauptstadt Lilongwe – ist das Elend besonders groß. Dabei liegt das Hauptproblem des Landes in einem rasanten Bevölkerungswachstum, das die sowieso herrschende Armut ständig verstärkt. „Vielfach sind Mädchen von 12 oder 14 Jahren, also selbst noch Kinder, bereits Mütter“, berichten die Breuckmanns. „Es fehlt außerdem am Allernötigsten“, erzählt Elisabeth Breuckmann. „Die medizinischen Betreuer hatten noch nicht einmal ein Blutdruck-Messgerät.“ Das war eine der ersten Spenden der Stiftung.

„Insgesamt werden wir im Jahr 2014 ungefähr 20 000 Euro für dieses Projekt zur Verfügung stellen können. Das hört sich wenig an“, gesteht Bernd Breuckmann mit Bedauern zu. „Aber leider bekommt man heute auf Kapital kaum mehr Zinsen, so dass die Höhe des Stiftungsvermögens fast keine Rolle spielt. Umso wichtiger sind Spenden. Denn die können in voller Höhe genutzt werden.“

Langfristig hofft er auch auf Fördergelder; die wären dringend nötig für Projekte, die den beiden Stiftern vorschweben: die Einrichtung einer mobilen Klinik etwa, mit qualifiziertem medizinischen Personal, mit der insbesondere die Bevölkerung außerhalb größerer Siedlungen erreicht und medizinisch beraten und versorgt werden könnte. Doch da beißt sich die Katze in ihren berühmten Schwanz: „Um Fördergelder zu bekommen, müssen die Projekte bereits eine Weile laufen.“ Solange setzt er auf private Spender, die helfen wollen, dieses Elend zu verringern. „Denn ansonsten kommt da fast nichts hin: kein Tourismus, keine Bodenschätze. Denen hilft sonst niemand.“

Informationen im Internet: www.breuckmann-stiftung.de
 

Malawi

Eigentlich müsste Malawi 2014 feiern: Vor 50 Jahren erlangte es seine Unabhängigkeit vom United Kingdom und ist seitdem ein eigener Staat. Doch zum Feiern gibt es wenig Grund: Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, mit extrem hoher Geburtenrate (durchschnittlich 6,3 Kinder pro Frau), einer Aidsrate von weit über 10 Prozent und einer äußerst schlechten Grundversorgung.

„Über 86 Prozent der Bevölkerung hatten nur eingeschränkt Zugang zu Bildungseinrichtungen und Gesundheitsfürsorge“, heißt es im Amnesty-Report 2009. Diese mangelnde Bildung und gesundheitliche Unterversorgung betrifft insbesondere Frauen und Kinder, die so kaum Chancen haben, diesem fatalen Kreislauf zu entfliehen. In diesem Umfeld wurde im Jahr 2006 in Karonga, einer Stadt im Norden Malawis, das mehrheitlich von Frauen initiierte und geführte „Institute for Integrated Woman Development“ (IIWD) gegründet. Es will Frauen, Mädchen und Waisen einen ausreichenden Lebensstandard ermöglichen und die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft verankern. Die Breuckmann-Stiftung ist mit ihrem Familienplanungsprogramm in diese Aktivitäten eingebunden und möchte insbesondere über Aufklärung, Beratung und medizinische Betreuung die Frauen und Mädchen in ihrer Selbstbestimmung stärken. Dabei stehen die Themen Familienplanung und Verhütungsmethoden im Vordergrund, da nur so die Probleme langfristig lösbar scheinen.

 

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Wahre See-Liebe – Neue SEEStücke auf SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Meersburg
Meersburg
Meersburg
Meersburg
Meersburg
Meersburg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren