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Meersburg Anspruchsvolles Konzert des Droste-Hülshoff-Gymnasiums

Kammerchor und Schulorchester mit Solistin Verena Köhler in der Seminarkapelle

Die Zugabe gab es beim Sommerkonzert in der Seminarkapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums gleich zu Beginn: Anlässlich des 200. Geburtstages des rebellischen Komponisten Richard Wagner am 22. Mai spielte das Schulorchester unter dem Dirigat von Matthias Klemm den Schluss der Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ von Christoph Willibald Gluck. Die Besonderheit dieses Werkes ist, dass den Schluss der Ouvertüre Richard Wagner durch Hinzufügen einiger Takte als Konzertouverture einrichtete.

Bei Haydns Abschiedssinfonie unter der Leitung der Abiturientin Theresa Schluck griff Klemm selbst zum Kontrabass, in „Solveigs Lied“ aus Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“ brillierte die Zehntklässlerin Mara Waldherr an der Harfe. Streicher und Hörner begleiteten dieses schmerzvolle und sehnsüchtige Lied, das sich sehr weich von a-moll nach A-Dur wendete.

Die Stimmen der Zuhörer waren bei dem Choral „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate BWV 147 von Johann Sebastian Bach gefragt. Mühelos gelang es Klemm in seinem Dirigat, Publikum und Orchester zu einen. Tief in die Poesie von „In Dreams“ aus der Filmmusik-Suite zu „Herr der Ringe“ eindringend, entwickelte die Sopranistin Verena Köhler in den Koloraturen die ganze Vielseitigkeit ihrer äußerst modulationsfähigen Stimme, die sie zu einem Instrument umwandelte, das sich scheinbar mühelos in die Höhe schwang. Eine intensive Klangsinnlichkeit, der sich das Publikum nicht entziehen konnte – der unbestrittene Höhepunkt des Abends. Den Violin-Solopart in Howard Shores Filmmusik übernahm die Abiturientin Annika Fitz.

Den zweiten Konzertteil gestaltete der Kammerchor, der in diesem Schuljahr erstmalig aus musikalisch ambitionierten und talentierten Sängern zusammengestellt wurde. Neben dem Dirigat führte Chorleiter Peter Herrbold ungemein humorvoll durchs Programm und bewies in seiner Ankündigung des „Schlafliedes der Seehunde“, „The Seal Lullaby“, dass er sich perfekt auf die Seehundensprache versteht. Bevor der Chor Anette Humpes Lied „So soll es bleiben“ anstimmte, wies Herrbold darauf hin, dass sich die Ensemblesituation an der Schule durch den Weggang der Abiturienten jährlich ändere, aber es natürlich die vielen schönen Momente gäbe, in denen man sich eben diese Textzeile wünsche. Schwer in Bewegung geriet der Kammerchor bei „You make me feel like dancing“ von Leo Sayer.

Zuvor gab es eine Choranalyse Herrbolds, der auf die Nervosität der Sänger während des Auftritts hinwies. Um diese zu schmälern, inszenierte der Chor die Nummer als schmissige Tanzeinlage, was im Publikum auf begeisterten Zuspruch stieß. Der vehementen Forderung nach einer Zugabe kam Peter Herrbold in Form einer Jugenderinnerung nach: aufgewachsen im flachen Westfalenland, intonierte er mit einer Coverversion von „Mon amour“ der A- Capella-Band „Maybebop“ eine Liebeserklärung an die Milchkuh. Ausgestattet mit Cowboyhüten und Stirnbändern war den Sängern der eigene Spaß bei dieser Hommage deutlich anzumerken, was im Publikum einen Sturm begeisterten Beifalls entfachte.

Die Fachschaft „Musik“ am Droste-Hülshoff-Gymnasium stellt in diesem Schuljahr insgesamt sechs Konzerte auf die Beine. Im Gespräch nach dem Konzert äußerte sich Peter Herrbold gegenüber dem SÜDKURIER höchst zufrieden über die momentanen Gegebenheiten an der Schule: „Es explodiert regelrecht, wir haben so viele talentierte Stimmen.“

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