Meckenbeuren-Brochenzell Mittelalter auf dem Sportplatz
25.08.2009
Meckenbeuren-Brochenzell (kes) Manch Brochenzeller rieb sich am Wochenende verwundert die Augen. Altertümlich gekleidete Menschen marschierten in Richtung Sportplatz, von wo ungewohnte, mittelalterliche Musik erklang. Was es damit auf sich hatte, war schnell geklärt. Der Schützenverein Brochenzell veranstaltete sein „Robin Hood Langbogenturnier“. Zum 15. Mal fand das Turnier auf dem Vereinsgelände hinter dem Sportplatz des VfL Brochenzell statt. Diesmal gab es zudem ein mittelalterliches Lager mit Markt.
Professionelle Marktbeschicker aus der Region boten ihre Waren feil. Kräuter, Schmuck, Werkzeuge sowie Horn- und Knochenschnitzereien wurden offeriert. Ebenfalls im Angebot waren Öle, Schwerter und Gewandung. Speisen aus vergangenen Jahrhunderten wurden zur Stärkung gereicht. In der Haferbräterei wurden Hafertaler serviert, der Dattelschlepper hatte Trockenfrüchte im Angebot. „Wir wollen den Besuchern einfach nur das Bogenschießen näherbringen und mit dem mittelalterlichen Markt zusätzlichen Anreiz schaffen“, erklärte Nino Ullmann, Zweiter Vorsitzender und Sportleiter Bogen beim Schützenverein Brochenzell. Daher werde auch weder Wegezoll von den Marktbetreibern, noch Eintritt von den Besuchern verlangt.
Die Besucher lernten „Nupta Dracconis“, die Braut des Drachens, die den verwunschenen Edelmann erlösen will, und den Clan der „Schwotten“ kennen. Die schwäbischen Schotten, die ihren Namen ihrem Clanchief Malcolm MacFarlane zu verdanken haben, zelebrieren das schottische, mittelalterliche Lagerleben, üben sich im Schwertkampf und singen gemeinsam.
Insgesamt griffen am Wochenende nach Angaben von Nino Ullstein 97 Schützen zum Bogen. Die Gäste kamen aus der Schweiz, Österreich und dem süddeutschen Raum. Während am Samstag nur der Langbogen auf dem Programm stand, gab es am Sonntag Wettkämpfe in den Bogenklassen Recurvebogen, Blankbogen, Compoundbogen und Langbogen.
Absoluter Höhepunkt war am Samstagabend das Feuerpfeilschießen. Wie jedes Jahr hatte Ehrenmitglied Horst Ullman in mühevoller Kleinarbeit ein prächtiges Schloss aus Papier und Karton gebastelt. Dieses mussten die Schützen nun mit ihren brennenden Pfeilen treffen. Was in über 50 Arbeitsstunden entstanden war, brannte innerhalb weniger Minuten vor den Augen zahlreicher Zuschauer nieder. „Jedes Jahr sagen wir wieder, es ist viel zu schön zum Anzünden. Und wir tun es doch“, sagte Vereinsvorsitzender Richard Pfleghar.
Bildergalerie im Internet:
