Markdorf "Wir hoffen auf Gesprächsbereitschaft"

Der Aldi im Clinch mit der Stadt Markdorf: Über den Zwist mit der Stadtverwaltung und den Stadträten wegen der Ausbaupläne des Discounters äußert sich Aldi-Sprecherin Lina Unterbörsch im SÜDKURIER-Interview

In dem Antrag an den Technischen Ausschuss ist von einem Anbau an der Südseite der Aldi-Filiale in der Rudolf-Diesel-Straße die Rede, durch die eine Erweiterung der Verkaufsfläche von 929 auf 1099 Quadratmeter ermöglicht wird. Andererseits wird auch von einem Komplettabriss und Neubau gesprochen. Nun soll die Sache von der Stadt im Verbund mit dem Regionalverband Bodensee-Oberschwaben weiter geprüft werden. Was wäre denn jetzt das Ziel von Aldi Süd, Erweiterung oder Neubau?

Wir haben in Markdorf vorgesehen, den bestehenden Markt abzureißen, auf dem Grundstück an anderer Stelle wiederaufzubauen und im Zuge dessen die Verkaufsfläche zu erweitern. Die neue Filiale würde dann nach neustem energetischen Standard mit großen Glasflächen und offener Holzbalkendecke ausgestattet und nach unserem Filialkonzept „Filiale der Zukunft“ eingerichtet.

In der Sitzung des Technischen Ausschusses hieß es, Aldi Süd zweifle an der Rechtswirksamkeit des bestehenden Bebauungsplans. Sind hier rechtliche Schritte geplant?

Zum heutigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ob wir hier rechtliche Schritte einleiten werden. Wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der Stadt, um dies zu klären.

Mittelfristig soll eine Schließung des Standorts und über die Errichtung einer Filiale in einer Nachbargemeinde nachgedacht werden, falls der Erweiterung oder dem Neubau nicht entsprochen wird. Ist das richtig und gibt es hierzu schon konkretere Perspektiven?

Eine Verkaufsfläche von unter 1000 Quadratmetern ist in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Bei Ablehnung der Verkaufsflächenerweiterung müssen wir uns mittelfristig überlegen, den Standort in eine umliegende Gemeinde zu verlagern. Es bestehen dafür noch keine konkreten Pläne, da wir nach wie vor interessiert sind, den Standort in Markdorf zu stärken.

Mit der Erweiterung oder dem Neubau wollen Sie Ihr Konzept "Filiale der Zukunft" umsetzen. Ist dies im bestehenden Gebäude nicht möglich? Und gibt es tatsächlich einen Wunsch der Kunden vor Ort nach einer solchen Neugestaltung oder beruht dies auf allgemeinen Erhebungen?

Es ist grundsätzlich möglich, das bestehende Gebäude nach dem Konzept „Filiale der Zukunft“ umzubauen. In umliegenden Filialen wie in Salem oder Friedrichshafen, wo das neue Konzept bereits umgesetzt wurde, bestätigt uns die positive Kundenresonanz, dass das Interesse der Kunden an einem Einkauf in einer modernen Filiale besteht. Aufgrund des Alters des Gebäudes in Markdorf, es ist Baujahr 1995, ist ein grundlegender Umbau unabdingbar. Die gestiegenen Ansprüche der Kunden nach großzügigeren Gängen und breiterer Präsentation der Ware erfordern in diesem Zuge eine Erweiterung der Verkaufsfläche.

Zu dem erweiterten, neuen Aldi Süd-Markt soll es Überlegungen geben, zusätzlich eine Drogerie oder einen Bioladen auf dem Gelände anzusiedeln. Das ist aus Ihrer Sicht aus wirtschaftlichen Überlegungen vermutlich sinnvoll, aber dies widerspricht ja noch mehr dem Markdorfer Einzelhandelskonzept, das eine Stärkung der Innenstadt zum Ziel hat. Wird dadurch die Konfrontation nicht nur weiter verschärft?

Wir erkennen beim Kunden den grundsätzlichen Wunsch, nicht mehrere Einkaufsstätten anfahren zu müssen. Hiermit möchten wir einen weiteren Beitrag zur Kundenzufriedenheit leisten.

Fragen: Georg Wex

Der Streit mit Aldi

Zum wiederholten Mal ist der Discounter nun mit seinen Plänen für die Erweiterung der Filiale in der Rudolf-Diesel-Straße am Veto der Stadt und des Technischen Ausschusses (TA) gescheitert. Der TA hatte am Dienstag den Antrag von Aldi mehrheitlich abgelehnt. Der dort geltende Bebauungsplan und das 2011 beschlossene Einzelhandelskonzept der Stadt seien mit den Wünschen des Discounters nicht vereinbar, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Aldi möchte seine Verkaufsfläche von 929 auf 1099 qm erweitern, die Bruttogeschossfläche würde von 1473 auf 1718 qm steigen, erlaubt sind dort 1500 qm. (gup)

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