Markdorf Wenn Dichter mit den Saiten sprechen
Aller Anfang ist hoch konzentriert: Szene beim Streichinstrumente Ausprobieren der Musikschule am Samstag. Bild: Büsche
Die Violin- und Veeh-Harfen-Lehrerin der Musikschule steht an Fensterseite. „Was machen deine Vorräte?!“, erkundigt sich die Musiklehrerin hinweg über die Köpfe der vor ihr sitzenden jungen Musiker aus Wanda-Maria Beers „Orchester No. 1“, aus Katharina Buschaus' „Streichervororchester“ und aus Johannes Eckmanns „Jungen Kammerorchester“. Die Antwort kommt indes nicht von Frederick, der Dichtermaus aus Leo Lionnis gleichnamigem Bilderbuch, sondern aus dem Munde von Katharina Buschhaus. Die fordert alle Zuhörer auf, die Augen zu schließen.
Was folgt, ist reiner Wohlklang: Geigen-Striche, Cello- und Viola-Bögen sowie die mächtigen Bässe malen. Sie ersetzen die Bilder aus dem Frederick-Büchlein; sie zeigen dessen bunte Farben, sie bündeln die Sonnenstrahlen und sie präsentieren die von der Dichter-Maus gesammelten Worte.
Längst nicht alle Kinder lauschen mit geschlossenen Augen. Viel zu spannend ist, was die Musiker dort vorn mit ihren Instrumenten machen. Manche staunen mit großen Augen; die meisten strahlen und die Erwachsenen lächeln anerkennend. Die Hauptleistung des Vormittags soll indes noch folgen.
„Wisst ihr denn“, so fragt Violinen- und Viola-Lehrer Johannes Eckmann, nachdem sich viele Kinder eins der bereitliegenden Streichinstrumente ausgesucht haben, „wie man Sonnenstrahlen macht?“ Als Antwort kommt ein zaghafter Cello-Strich. „Ein besonders warmer Sonnenstrahl“, lobt Eckmann. Bald ist klar, dass die Violin-Saiten für die Sonne zuständig sind und die Violon-Cellos besonders schöne Wörter „sprechen“. Das haben die Kinder rasch herausgefunden, auch dank der Unterstützung der Musiker aus den drei Orchestern. Das anschließende „Mitmachkonzert“ wird so zum Kinderspiel und reizt vermutlich viele, demnächst den Weg in den Musikschule zu suchen.
