Markdorf Vorträge sensibilisieren für schnelle Hilfe beim Schlaganfall

Etwa 200 000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall – nur wenige wissen jedoch um die Hintergründe

Bild: Bild: Büsche

Markdorf (büj) „Schlaganfall ist ein Notfall“ lautet das Motto, unter dem die Selbsthilfegruppe Schlaganfall Friedrichshafen am Montag, 10. Mai, zu einer Vortragsveranstaltung im Nebenraum der Markdorfer Stadthalle einlädt. Referenten sind unter anderem der Neurologe Thomas Staudacher von der Ravensburger Oberschwabenklinik, Mathias Pfizenmaier vom Markdorfer Notarztverein und Joachim Liepert, ärztlicher Leiter der Neurorehabilitation an den Kliniken Schmieder in Allensbach. Sie wollen aufklären über Ursachen und Symptome, über Akutbehandlung und Rehabilitation.

„Einen Schlaganfall kriegen nur ganz alte Leute, so ab 29“, sagt Raimund Moser von der Friedrichshafener Selbsthilfegruppe. Er lächelt dabei. Aber es ist ein grimmiges Lächeln, denn das Thema ist ihm überaus ernst. Schließlich ist der 61-Jährige selber ein Betroffener. Er erlitt seinen Schlaganfall vor 19 Jahren. „Als ich morgens aufwachte, konnte ich meinen Arm nicht bewegen.“ Der lag unter seinem Körper und war gelähmt.

Dass dies ein Schlaganfall sein könnte, damit rechneten weder der damals 42-Jährige noch seine Frau. War Raimund Moser doch recht sportlich und lief regelmäßig seine Runden. So dauerte es etliche Stunden, bis der angerufene Hausarzt vorbei schaute. Überaus wertvolle Stunden, in denen Chancen der Akutbehandlung verpasst wurden.

„Hätte ich damals schon gewusst, was ich heute weiß“, so Raimund Moser, „ich hätte ganz anders reagiert.“ Eben nach der Devise „Jeder Schlaganfall ist ein Notfall“ die Notrufnummer 112 gewählt.

Es dauerte fast zwei Jahre, bis Moser die heftigsten Folgewirkungen seines Schlaganfalls überwunden hatte: die halbseitige Lähmung, die Sprachstörungen. Leicht beeinträchtigt ist er noch immer, jedoch nicht wesentlich. So kann er sich seit seiner Frühverrentung vor rund zehn Jahren intensiv um die Aufklärung kümmern. „Viele Menschen verdrängen das Thema“, erklärt er. Sie wollen gar nicht wissen, dass der Schlaganfall altersunabhängig ist und mitunter sogar Kinder trifft. Auch hier setzt der seit 1999 ausgerufene „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai an.

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