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Markdorf Venedig kommt nach Markdorf

24.08.2011


Chormusik aus der Lagunenstadt in St. Nikolaus als Teil der Meersburger Sommerakademie

Markdorf – Markdorf wird zur Lagunenstadt. Das gilt zumindest für einen Nachmittag, wenn am Samstag, 3. September, im Rahmen der Meersburger Sommerakademie in der St.-Nikolaus-Kirche ein ganz der venezianischen Musik beziehungsweise dem Markus-Dom gewidmetes Konzert stattfindet. „Venezia e Musica“, Venedig und die Musik, heißt denn auch das Programm, mit dem die Sommerakademie, das Fortbildungsseminar für Musiklehrer aus ganz Baden-Württemberg, das unter dem Schirm des Landes beziehungsweise der Regierungspräsidien steht, neben Meersburg, Hagnau und Bad Waldsee auch Markdorf als Aufführungsort für eins der vier Sommerakademie-Konzerte ausgewählt hat. Die Dirigenten des venezianischen Nachmittags in St. Nikolaus werden Burkhard Kinzler und Martin Lentz sein. Letzterer leitet die Instrumentalisten. Kinzler, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste und künstlerischer Leiter der Meersburger Sommerakademie, dirigiert die auftretenden Chöre mit ihren rund 80 Sängerinnen und Sängern.

„Ich bin extra vorbeigekommen und habe mir die Kirche angeschaut“, erklärt Burkhard Kinzler. Dies auf die Frage hin, ob die Markdorfer Hauptkirche trotz ihrer stattlichen Dimensionen für ausdrücklich auf die Situation in Venedigs San Marco hin komponierte mehrchörige Stücke nicht doch zu klein sei. Ganz im Gegenteil, versichert der Musikprofessor, verfüge St. Nikolaus über den unbedingten Vorteil, dass der Schall sich hier mit überschaubaren Laufzeiten durch den Raum bewegen kann und es zu keinen unerwünschten Halleffekten führt, wie das in weiter dimensionierten Kirchenschiffen gern der Fall sei.

Auf dem Programm stehen am 3. September Kompositionen von Andrea Gabrieli und Giovanni Gabrieli als Vertretern des typischen mehrchörigen Stils in der Umbruchphase von Renaissance hin zum sogenannten Generalbass-Zeitalter. „Eine ausgesprochen spannende Phase“, wie Kinzler erläutert. Vollendete sich seinerzeit doch der allmähliche Übergang von der „eher horizontal angelegten Musik der Renaissance“ mit ihren linearen Melodik „zu einer vertikal ausgerichteten Harmonik“, die in der Folge nach konkreten Instrumentierungsvorgaben seitens des Komponisten verlangte.

Interessanterweise knüpft auch Igor Strawinky hier an, mit seinen dem Komponisten Gesualdo und dem Markus-Dom gewidmeten Kompositionen. Auch sie werden bei dem Konzert zu hören sein und den innovativen Charakter der venezianischen Meister vor dem Hintergrund der Strawinsky'schen Modernität vollends zur Geltung bringen.

Das Konzert beginnt am Samstag, 3. September, um 16 Uhr. Karten zum Preis von 10 bis

18 Euro, ermäßigt 5 bis 9 Euro, in der

SÜDKURIER-Geschäftstelle Markdorf und im Internet: www.suedkurier.de/tickets

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