Ein Pannenkurs speziell für Frauen – das macht mich neugierig. Ich melde mich für den Kurs an, den der Automobil- und Motorsportclub Gehrenberg (AuMSC) anbietet, obwohl ich glaube, dass ich ganz gut zurechtkommen würde, wenn ich eine Panne hätte. Der Kurs findet in der Verkehrsschule Markdorf statt. Unter meinen Mitstreiterinnen sind eine Hausfrau, eine Rentnerin, Schülerinnen, eine Studentin.
Tina Austen arbeitet als Sachverständige beim TÜV, hat also beruflich schon einiges an Erfahrungen rund um Pannen gesammelt. Sie erklärt uns, wie wir technische Defekte vermeiden können und wie wir uns bei Pannen verhalten sollten. In Grundzügen erläutert sie, welche Warnlichter am Auto was zu bedeuten haben. „Wenn beispielsweise rote Warnlampen wie die für den Öldruck aufleuchten, solltet ihr nicht mehr weiterfahren“, rät uns die Sachverständige.
Abschleppen, überbrücken, Reifen wechseln: Das lernen wir aus Zeitgründen nur in der Theorie. Im zweiten Teil des Kurses wird es praktisch: Wie machen wir uns mit unseren eigenen Fahrzeugen vertraut. Die Frauen stehen jetzt an ihrem eigenen Auto und prüfen das Reifenprofil, suchen Wagenheber, Ersatzrad oder Ölmessstab. Ich werfe einen Blick unter die Motorhaube und schaue im Kofferraum nach, wo sich mein Wagenheber befindet. Tina Austen schaut bei allen vorbei und hilft, wenn es Fragen gibt. Die Frauen, die ihre Pannenkurse besuchen, sind immer sehr unterschiedlich, erzählt sie. „Ich denke, es spielt eine Rolle, dass keine Männer dabei sind. Sie genieren sich dann nicht, viele Fragen zu stellen“, sagt sie.
Hannelore Frick aus Salem erzählt mir, dass ihr Mann immer gefahren ist und alles rund ums Auto erledigt hat. Seit seinem Tod ist sie auf sich selbst gestellt. „Ich will wissen, was ich bei einer Panne zu tun habe“, erzählt die 72-Jährige. Doch auch jüngere Frauen wollen wissen, wie sie bei einer Panne reagieren sollten. Jasmin Kempter ist 18 Jahre alt und hat sich gerade ein neues Auto gekauft.
Die Schülerin aus Friedrichshafen erzählt, sie wolle sich selbst zu helfen wissen. „Ich habe keine Lust, nachts rumzustehen, falls ich eine Panne habe“, sagt sie. Reifen wechseln, Öl auffüllen und überbrücken, das will auch Angelika Braunschweiler aus Markdorf lernen. „Wer Auto fährt, muss wissen, wie es geht“, sagt die 44-jährige Hausfrau, die viel mit dem Familienauto unterwegs ist.
Nach einiger Suche finde ich schließlich das versteckte Gewinde für die Abschleppöse und drehe sie ein. Angelika Braunschweiler, die mir geholfen hat, freut sich mit mir und sagt: „Siehst du, selbst ist die Frau.“
