Fasten bedeutet Verzicht Wer sich in dieser Zeit grundsätzlich Gedanken über seinen Lebensstil macht, kann damit den Einstieg in eine gesündere Ernährung schaffen. Erster Schritt beim Fasten ist die Darmreinigung: als Alternative zu Glaubersalz kann man auch Sauerkrautsaft zu sich nehmen - das kann schonender sein.
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Auf die Fasnachtszeit mit reichlich Bier, Wein und „schmotzigem“ Gebäck folgt die verzichtreiche Fastenzeit. Bei einer SÜDKURIER-Umfrage in Markdorf hatten die Bürger meist Alkohol und Süßigkeiten auf ihrer Verzichtliste stehen. Vor radikaleren Fastenkuren hingegen warnt der Facharzt Jörg Rudolf.
Der Narrenbaum ist gefällt, die Fasnet verbrannt – nun ist auch in Markdorf die Fastenzeit angebrochen. Verzicht ist das Schlüsselwort. Verzicht, der sich auf alle Lebensbereiche beziehen kann. Am verbreitetsten war bei einer SÜDKURIER-Umfrage in Markdorf jedoch die Devise „Finger weg von Süßigkeiten und Alkohol“. „Die Fasnacht war anstrengend, die nächsten 40 Tage möchte ich mich gesünder ernähren, Süßes und Alkohol weglassen“, erzählt etwa Bettina Arnold. Für sie ist das Verzichten eine reine Einstellungssache: „Wenn ich das machen möchte, fällt es mir auch nicht schwer“, sagt die 37-Jährige. Lisa Gockel braucht die Fastenzeit nicht. Sie fastet das ganze Jahr über und isst sowieso selten Schokolade oder trinkt Alkohol. Falls sie in der Fastenzeit auf etwas verzichten wolle, „muss das auch was sein, was wehtut“, befindet die 57-Jährige beim Besuch ihrer Tochter in Markdorf. Am schwersten würden ihr sieben Wochen ohne Walken fallen.
Als seine Mutter Martina Mück laut überlegt, vielleicht die Zeit vor dem Fernseher oder Computer herunterzuschrauben, ist der zwölfjährige Christoph gar nicht begeistert. „Wir verzichten in der Fastenzeit eher auf süße Sachen und Alkohol“, gibt die 42-Jährige teilweise Entwarnung. „Weniger Süßigkeiten zu essen versuche ich schon“, lenkt der Schüler ein.
Für Martina, Sohn Christoph und Ehemann Jürgen Mück spielen sowohl religiöse als auch gesundheitliche Beweggründe eine Rolle, dass sie in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern kürzer treten. Auf süßes und fettiges Essen zu verzichten kann Jörg Rudolf, Facharzt für Innere Medizin im Gesundheitszentrum Markdorf, nur befürworten. Allerdings hält er nichts von radikalen Fastenkuren, bei denen vom einen auf den anderen Tag kaum noch etwas Kalorienhaltiges zu sich genommen wird.
Gerade für Übergewichtige oder chronisch Erkrankte mit Herz- oder Nierenproblemen sei diese Art des Fastens ungesund, warnt er. Rudolf rät, wenn überhaupt sollten Fastenwillige nur unter ärztlicher Aufsicht ihr Vorhaben angehen. Grundsätzlich spricht er sich für eine langfristige gesunde Ernährung aus. „Viele Ballaststoffe und Vitamine zu sich nehmen, auf Schokolade und süße Limos verzichten und sich ausreichend bewegen“ sei sinnvoller, um das Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren, als 40 Tage Fasten.