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28.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

Markdorf Schüler im EM-Fieber

Markdorf -  Grundschulen nehmen nachFußball-Spielen Rücksicht auf müde Kinder
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Redakteurin Markdorf

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Sollten Kinder das Halbfinale zwischen Deutschland und Italien schauen dürfen? Auch wenn nach der regulären Spielzeit noch Verlängerung und Elfmeterschießen anstehen sollte? Für Ingrid Strobel, Mutter von zwei fußballbegeisterten Jungen im Alter von neun und elf Jahren, ist die Sache klar: „Sie dürfen beide das Spiel schauen. Da kann ich schlecht was dagegen sagen“, sagt Strobel. Gemeinsam mit den Nachbarn wird vor dem Fernseher mitgefiebert – selbstverständlich in Trikots und mit Fanartikeln. Die Jungs, die beide selbst Fußball spielen, sind sicher, dass Deutschland gewinnt.

Auch bei Familie Lerner ist das Fußballspiel Thema. Angelique Lerner hat mit ihrem neunjährigen Sohn einen Deal. Er darf das Halbfinale gucken, aber am nächsten Abend geht er dafür früher schlafen. „Es bringt ja nichts, wenn er das Spiel nicht schauen darf und dann sauer im Bett liegt. Dann schläft er auch nicht“, erzählt Lerner.

Annemarie Faden, Schulleiterin an der Grundschule Leimbach, vertraut auf die Entscheidung der Eltern, die am besten einschätzen können, ob das Kind das Spiel bis zum Ende oder beispielsweise nur eine Halbzeit gucken sollte. Kurt Dadischeck, Schulleiter der Jakob-Gretser-Grundschule, sieht das ähnlich. „Die Eltern wissen, was das Beste für ihr Kind ist“, so Dadischeck.

Sollten die Schüler dann am nächsten Morgen etwas müder sein, ist Thomas Kugler, Klassenlehrer einer vierten Klasse an der Jakob-Gretser-Schule, darauf eingestellt. „Da schaut man drüber hinweg und drückt mal ein Auge zu.“ Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer hat sogar die Schulleiter in einem Schreiben dazu ermuntert nach den Fußball-EM-Spielen Rücksicht auf müde Schüler zu nehmen. Für Kurt Dadischeck kein Problem: „Wenn die Kinder nicht ganz so aufmerksam sind, dann haben wir Verständnis dafür.“

Das gelte laut Kultusministerin Warminski-Leitheußer vor allem für die jüngeren Schüler. Auf welche Art und Weise Rücksicht genommen wird, etwa durch eine Verlegung des Unterrichts, sollten die Schulen vor Ort entscheiden. „Wir möchten es gerne allen fußballbegeisterten jungen Leuten ermöglichen, ihren Nationalmannschaften die Daumen zu drücken. Je mehr von ihnen sich durch die begeisternden Auftritte von Mesut Özil, Sami Khedira, Andrea Pirlo und Co. dazu anregen lassen, selbst Fußball zu spielen, desto besser“, erklärt die auch für den Sport verantwortliche Ministerin.

Pech hatten zunächst die Viertklässler der Grundschule Leimbach. Bei ihnen stand für Freitag eine Mathearbeit an. Schulleiterin Annemarie Faden hat die Kinder selbst entscheiden lassen, ob sie den Test schreiben möchten oder nicht. Das Ergebnis: Die Mathearbeit wird um eine Woche verschoben. Gerade bei den Viertklässlerin ist die EM ein beliebtes Thema, „Da wird dann diskutiert, wer der beste Spieler ist“, erzählt Thomas Kugler. Bastian Schweinsteiger und Christiano Ronaldo liegen in der Gunst der Jungs ganz weit vorne.

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