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19.07.2012  |  von  |  0 Kommentare

Markdorf Pfarrehepaar blickt mit Dankbarkeit zurück

Markdorf -  Christiane und Andreas Quincke verlassen die evangelische Kirchengemeinde

Christiane und Andreas Quincke laden am kommenden Freitag zu ihrem Abschiedsgottesdienst mit anschließendem Empfang ein.  Bild: Büsche



Christiane und Andreas Quincke laden am kommenden Freitag zu ihrem Abschiedsgottesdienst mit anschließendem Empfang ein.

„Wir sind dann 'mal weg...“: Mit diesem Worten verabschiedete sich die Pfarrfamilie Christiane, Andreas, Nele, Lars und Jan Quincke im jüngsten „Brückle“, dem Gemeindeblatt der evangelischen Kirchengemeinde Markdorf. Ganz so spontan, wie es die beiden Seelsorger mit ihrer an einen bekannten Buchtitel angelehnten Überschrift zunächst glauben machen, war der Entschluss, nach Pforzheim zu gehen, allerdings doch nicht.

Wie Christiane und Andreas Quincke bereits an anderer Stelle erläutert haben, sei es bewährter Brauch in den protestantischen Kirchen, im 12-Jahres-Rhythmus zu wechseln. Und im Falle der Quinckes kam hinzu, dass einerseits Tochter Nele fertig mit ihrer Schule sei und andererseits Pfarrerin Quincke die neue Herausforderung lockte, in Pforzheim die vakant gewordene Stelle als Dekanin zu übernehmen. Glücklich zu fügen scheint sich unterdessen auch die berufliche Zukunft von Pfarrer Andreas Quincke. Ihm winkt eine Stelle als Krankenhaus-Seelsorger in Pforzheim. Das sei im Frühjahr, als die Umzugspläne immer konkreter wurden, noch gar nicht abzusehen gewesen, sagt der Geistliche heute.

„Wir blicken mit viel Dankbarkeit auf unsere Zeit in Markdorf zurück“, erklärte nun Christiane Quincke, „die Gemeinde hat uns sehr, sehr viel gegeben.“ Angefangen bei der herzlichen Aufnahme seinerzeit, im Jahr 2000. Dass die Markdorfer Protestanten sehr offen sind, wusste das junge damals Pfarrpaar schon. „Dafür ist die Gemeinde weithin bekannt“, erläutert Andreas Quincke. Das sei denn auch einer jener Gründe gewesen, sich für diesen Ort als erster gänzlich eigenständiger Pfarrstelle zu bewerben. Weitere Gründe spielten eine Rolle: die Aufgeschlossenheit der Kirchengemeinde für Experimente seien die liturgischer oder seelsorgerischer Natur beziehungsweise in der alltäglichen Gemeindearbeit begründet. „Hier konnten wir wachsen, unsere Erfahrungen sammeln“, erklärt Christiane Quincke im Rückblick. „Woanders“, so ihr Urteil, „hätte es vermutlich mehr Widerstände gegeben gegen solche Tabu-Themen wie Kirchen-Asyl oder die Segnung von homosexuellen Paaren.“

Schließlich aber sei da noch ein weiterer Punkt gewesen, der unbedingt für Markdorf sprach: das Gruppen-Pfarramt und die gemeinsame Arbeit in einem Pfarr-Team. Anfänglich geschah dies noch mit Pfarrerin Franziska Gnändinger-Hermann und Pfarrer Albrecht Hermann, alsbald dann mit Pfarrerin Iris Roland.

An manches haben die Quinckes angeknüpft, so ihr Rückblick. Die schon bestehende Friedensarbeit der Gemeinde wurde ebenso gerne aufgegriffen wie die Bestrebungen zur Ökumene mit der katholischen Kirche in der Gehrenbergstadt. Anderes brachten sie ein: etwa die neuen Gottesdienstform. Freilich, so betonen beide, lassen sich all jene Neuerungen und Veränderungen der zurückliegenden zwölf Jahre kaum ohne die enge Kooperation der Hauptamtlichen sowie des Kirchengemeinderates denken. Für die „ökologische Wende“ in sämtlichen Aufgabenbereichen brauchte es der ehrenamtlichen Unterstützung seitens etlicher Engagierter.

Weiteres Engagement wird in der nächsten Zeit gefragt sein, sagt Pfarrer Andreas Quincke. Die Markdorfer Pfarrstellen sind nämlich weiterhin unbesetzt. Für die wichtigsten Aufgaben gebe es zwar Hilfe von außen aus den Nachbargemeinden. Gleichwohl heißt es für die Markdorfer Protestanten, einstweilen noch mehr initiativ zu sein als ohnehin schon. „Das ist aber auch eine Chance zu neuen Orientierungen“, tröstet Christiane Quincke. Im günstigsten Falle klärt sich die Nachfolge relativ rasch, nachdem die Stellen im September erneut ausgeschrieben werden. Es könne aber auch noch etliche Monate dauern, bis neue Pfarrer gefunden sind. „Seitens des Dekanats sowie der Landeskirche hat man aber ein Auge auf Markdorf“, sagt Andreas Quincke, „schließlich ist das hier eine große und wichtige Gemeinde.“

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