Nur um wenige Meter. Denn jetzt parken Autos eiliger Postkunden vor dem Schild, das absolutes Halteverbot gebietet.
Anscheinend in Unkenntnis, dass die gesamte Straßenseite der Poststraße, bis zurück zum Schuhgeschäft diesem Verbot unterliegt. Und dies weitere Parkverbotsschilder alle 25 Meter signalisieren. Besonders dreist gehen Autofahrer vor, die ihr Fahrzeug gegenüber den Pfählen auf der Volksbankseite auf dem Gehsteig abstellen. Denn dort stehen keine Hindernisse.
Reinhard Nedela vom benachbarten Computer-Fachgeschäft hat das Verkehrsgeschehen stets vor Augen und beobachtet, wie es Autofahrer schafften, ihr Gefährt trotz Pollern auf der Postseite doch noch auf verbliebene 20 Zentimeter Gehsteig zu klemmen. Dagegen ist, abgesehen von Knöllchen, kein Kraut gewachsen.
Die Versetzung zur Straße hin hilft jedoch nicht, jedenfalls nicht legal. Denn Bernhard Brugger vom Ordnungsamt der Stadt, zuständig unter anderem für die Überwachung des ruhenden Verkehrs, darf mit diesen vertikalen Metallhindernissen gegen unerlaubtes Abstellen nicht näher an die Straße heran. Er muss ein gewisses Lichtraumprofil um den Verkehrsweg wahren, das nicht nur Bewuchs oder Bebauung reglementiert, sondern auch die Entfernung der Poller von der Straße.
Für diese Lösung lokal begrenzter Parkprobleme ist vor einem halben Jahr vom Gemeinderat der Arbeitskreis „Ruhender Verkehr in der Innenstadt“ gebildet worden. Räte aller Fraktionen sowie Behördenvertreter und bestellte sachkundige Bürger sollen bis zur Sommerpause dem Gemeinderat eine Lösungsmöglichkeit vorlegen. Der beinhaltet das Aufstellen der Poller, aber auch einen zweiten Teil, wie Reinhard Nedela erklärte: Eine blaue Zone an der Hauptstraße zwischen Post und „Ochsen“ soll Kurzzeitparkern dienen, wurde aber im Gegensatz zu den Pollern bisher nicht in Angriff genommen.
„Der Arbeitskreis wird im Juni nochmals tagen und für die Juli-Sitzung des Gemeinderates eine schlüssige Lösung präsentieren“, verriet gestern Bernhard Brugger. Während die Poler unbürokratisch umgesetzt werden konnten, bedarf es für die Blaue Zone genauerer Zahlen. Dafür wurde eine Erhebung veranlasst. Es ging um Auslastung der Parkflächen, um Verweildauer der Autos und um Umschlagzahlen. Werte, die für eine endgültige Lösung der Parkprobleme und des damit verbundenen Parkplatzsuchverkehrs unabdingbar sind.
