Markdorf Park-Chaos: Poller wären eine Lösung
Bild: Bild: Thum
Da die Polizei für die Überwachung des ruhenden Verkehrs keine Kapazitäten hat und der auf dem Papier zuständige Ordnungsamts-Chef alleine auf verlorenem Posten steht, machen die Autofahrer scheinbar, was sie wollen. Tagtäglich wird in der Innenstadt kreuz und quer geparkt. Haupttatort: Poststraße. Doch auch in der westlichen Hauptstraße und in der Bussenstraße finden sich nahezu stündlich Verstöß e gegen die Straßenverkehrsordnung.
Der Gemeinderat hat mittlerweile, so scheint es, kapituliert. In der letzten Sitzung im Dezember wurde das Thema einstimmig an einen Arbeitskreis aus Stadträten und „kompetenten Bürgern“ vergeben. Diese Gruppe „Ruhender Straßenverkehr“ soll bis zur Sommerpause des Rates einen Lösungsvorschlag erarbeiten und vorstellen.
Koordinator von „Ruhender Straßenverkehr“ ist Bernhard Brugger. Der Leiter des Ordnungsamtes möchte sich über den Ausgang der ersten Sitzung jedoch nicht äußern. Er verweist auf Nichtöffentlichkeit und sagt, bis zum Sommer werde man dem Gemeinderat einen Vorschlag präsentieren. „Vorrangig ist es, eine Lösung zu finden, die allen Interessen gerecht wird“, sagte Brugger auf Anfrage des SÜDKURIER.
Derweil wird in Markdorf weiter geparkt, wie es den Autofahrern gerade passt. Auch gestern waren zahlreiche Verstöße zu beobachten, ohne dass sie geahndet würden. Denn der der Öffentlichkeit unbekannte Bürger, der mit Kamera bewaffnet alle Verstöße beim Landratsamt angezeigt hat, ist mittlerweile wieder untergetaucht – zur Freude des Amtes, das die zusätzlichen Bußgeldbescheide verschicken musste.
Einer, der die Situation tagtäglich im Blick hat, ist Reinhard Nedela. Von seinem Computer-Fachgeschäft an der Ecke Post-/Mangoldstraße aus hat er gleich zwei Halteverbotszonen vor Augen. Haarsträubende Situationen hat Nedela beobachtet, wenn parkende Fahrzeuge vor der Post diesen wichtigen Verkehrsweg auf einspurig umfunktionieren. Mütter mit Kinderwagen, Radfahrer oder ältere Menschen finden sich plötzlich in lebensgefährlichen Situationen zwischen parkendem und rollendem Verkehr wieder.
Reinhard Nedela ist ein Fuchs. Er hat eine feste Kamera mit Blickwinkel Post installiert. Nedela löst ihren Auslöser vom Ladentisch aus. Mehr als 200 Verstöße hat er zwischenzeitlich dokumentiert. Sein Lösungsvorschlag klingt einfach, aber plausibel: Begrenzungspfosten an den Gehsteig und Halten wird unmöglich. Dafür eine blaue Zone in die Hauptstraße, mit der Postbesucher bestens zurechtkämen.

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