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Markdorf Pakistanische Küchen waren ein Albtraum

19.07.2005
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Seit dem 2. September vergangenen Jahres sind Lina und Andreas Killat aus Markdorf unterwegs nach China - mit dem Fahrrad. Jetzt sind sie dort angekommen. Hier ihr 20. Bericht von einer erlebnisreichen Reise.

Wenn Lina wieder gesund ist, geht es ab morgen "aufwärts". Wir befinden uns auf 1500 Metern über dem Meeresspiegel und auf uns warten eine Menge Pässe über 5000 Meter. Das wird kein Spaziergang. Wir hoffen, dass wir die Höhe gut vertragen. Unsere drei Monate währende kulinarische Alptraumreise durch Pakistan ist endlich zu Ende. Wir sind in China, in der westlichen Provinz Xinjiang. Hier ist alles besser. Endlich können wir die chinesische Kochkunst in den vielen Straßenrestaurants genießen. Durch Anstrengung, Hitze und ernährungsbedingte Krankheiten haben wir viele Kilo Gewicht in Pakistan verloren, die versuchen wir uns hier wieder zuzulegen. Nach unseren kritischen Beobachtungen sind die hygienischen Verhältnisse hier in China für uns zumutbar. In dieser Provinz um die Stadt Kashgar steht häufig nur ein Gericht zu Verfügung. Es besteht aus langen Nudeln mit einer Soße aus Tomaten, Paprika, grünen Bohnen mit Lamm- oder Rindfleisch. Tee dazu gibt es umsonst und soviel man möchte. Natürlich wird mit Stäbchen gegessen und bereits nach einer Woche in China sind wir wahre Meister im Umgang damit geworden. Wir haben auch keine andere Wahl, denn Messer und Gabel sucht man hier vergebens.

Sehr gerne essen wir auch so genannte Momos: Kleine Teigtaschen werden mit Gemüse oder Fleisch gefüllt, im Dampf gegart oder im Ofen gebacken. Wir besuchen die Restaurants mehrmals täglich. Über die Preise brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, denn eine Portion kostet zwischen umgerechnet nur 20 bis 70 Cent. In diesen Ländern ist es meist kostengünstiger außerhalb zu essen, als selbst zu kochen. Das dachten wir in Pakistan auch und verdarben uns schon am ersten Tag nach unserer Einreise die Mägen. Ich war immer sehr stolz auf mein unverwüstliches Verdauungssystem, doch in Pakistan mussten wir völlig umdenken. Die Straßenküchen liegen häufig über stinkenden offenen Abwässerkanälen voller Müll und die hygienischen Verhältnisse sind alles andere als gut.

Morgens werden die Tiere geschlachtet und das Fleisch hängt viel zu lange an Haken ungekühlt zum Verkauf in der Hitze. Ein Paradies für Fliegen und anderer Krankheitserreger. Verständlicherweise verzichteten wir auf Fleisch. Es half aber nichts, wir wurden trotzdem krank. Pakistans Nationalgericht ist Daal, ein feurig scharfer Linsenbrei. Nach dem Genuss dieser und einiger anderer vegetarischer Spezialitäten vom Straßen-Imbiss lagen wir beide drei Tage lang mit Fieber im Bett, schliefen den ganzen Tag und waren zu nichts mehr fähig, außer gezwungenermaßen auf unzähligen Toilettengängen mit Magenkrämpfen unseren wässrigen Durchfall loszuwerden. Selbstverständlich wurden wir nun äußerst vorsichtig, doch unser Aufenthalt in Pakistan war ein Leidensweg ohne Ende.

Tatsächlich waren wir mehr krank als gesund und auch durch den hohen Flüssigkeitsverlust bei Durchfall ist man bei sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren nur noch bedingt leistungsfähig. Daher entschlossen wir uns nach einiger Zeit unsere Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Das ist nicht so einfach, denn wir besitzen nur einen Benzinkocher mit einer Flamme, und zwei kleine Töpfe. Verständlicherweise ist unserer Kreativität dadurch Grenzen gesetzt. Außer im Winter und in Wüstengebieten werden von einfachen Leuten an der Straße aus den eigenen Ernteerträgen alle möglichen Arten von Obst und Gemüse angeboten. Unser bevorzugtes Obst in Pakistan war die Mango, aus dem Gemüse bereiten wir alle denkbaren Variationen von Currys und Eintöpfen zu.

Wenn die Versorgungslage in manchen Gebieten besonders eng wird und es für uns nicht einmal möglich ist, uns frisches Gemüse zu besorgen und wir uns notgedrungen mit Porridge oder Reis mit Linsen begnügen müssen, dann sehnen wir uns nach der guten alten Küche unserer Mütter.

Markdorf
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