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Markdorf Oldtimerrallye in Markdorf: Herausforderung bei Wind und Wetter

Rallye „Seegfrörne“ macht Station in Markdorf: Die Teilnehmer müssen bei Siggi Prawatschke im „Spielzimmer“ knifflige Aufgaben lösen.

Drückt man mit dem Finger auf den rosafarbenen Veloursteppich im Inneren des Austin Healey, spritzt einem das Wasser unmittelbar entgegen. „Ja, das Wetter hat uns einen rechten Streich gespielt“, schmunzelt Gebhard Zeller und nimmt nach dem Einfahren in die Paracelsusstraße erst mal seinen Helm ab, der ihn weniger vor gefährlichen Stürzen und Stunts im betagten Cabrio Baujahr 1969 schützen sollte, sondern vor Wind und Wetter. Was gestern bereits wieder Schnee von gestern war, präsentierte sich auch in diesem Jahr, dem Namen alle Ehre erweisend, bei der Oldtimerrallye „Seegfrörne“ als zu erwartende Komponente.

Samstagmorgen, Start in Engen: Es schneit. Danach setzt bald schon Regen ein. Immerhin „Mindestens 50 Kilometer sind wir im strömenden Regen gefahren, da muss ich schon mal ein großes Lob an meinen Copiloten aussprechen, der tapfer sein Fahrtenbuch vor allzu großer Durchnässung geschützt hat“, verweist Gebhard Zeller auf seinen Beifahrer Bernd Schulze und auf die Tatsache, dass der Austin Healey nicht einmal ein Notdach hat. Die Häfler Urgesteine bilden wohl das älteste Team, und Zeller zählt mit seinen 82 Jahren zu den Rennsportlegenden.

Die Winterrallye, die zum zweiten Mal bei Siggi Prawatschke in Markdorf Station macht, findet aber auch bei den Jungen großen Anklang, was sich spätestens bei Ankunft des klitzekleinen Fiat 126 Cabrio zeigt. Ganz schön in die Knie gegangen ist der Kleine. Wenig verwunderlich – steigen immerhin vier Personen aus dem „Spielzeugauto“ aus. „Die Jungs streiten schon lange, wer in diesem Jahr mitfahren darf“, erklärt Carsten Klatt die Tatsache, dass er jedes Jahr mit den Jugendlichen aus dem Kinderheim Kellhof in Durchhausen bei Tuttlingen zu dieser Rallye antritt. Das Wetter scheint dem Viererteam ganz und gar nichts ausgemacht zu haben. Zwar liegt das „Dach“ des Cabrios im Fond des Wägelchens, und große Dienste wird es gewiss nicht geleistet haben, „aber wir hatten eine Mordsgaudi“, so die drei begeisterten Buben.

Und so kommen und gehen zwischen zehn und zwölf Uhr am Sonntagvormittag in und aus der Paracelsusstraße die alten Karossen, die schicken Boliden, die liebevoll restaurierten Schmuckstücke mit durchaus verwegenen Konstruktionen Marke „Eigenbau“.

Fehlte nur noch der Veranstalter höchstpersönlich. Allerdings nicht im Oldtimer, sondern im Mercedes-Kombi findet sich schließlich der Konstanzer Hilmar Wörnle gegen halb zwölf in Siggi Prawatschkes „Spielzimmer“ ein. Auf die Frage, ob er denn den Besenwagen darstelle, kontert er verschmitzt: „Ja, als Verantwortlicher bilde ich immer die Nachhut und trage dafür Sorge, dass alle gut ankommen.“ Dass es aber auch an der Tasse Kaffee mehr gelegen haben konnte, die er vor dem Start in Bregenz genossen hatte, räumt er selber ein. „Es wurde heute Nacht ziemlich spät. Wir hatten jede Menge Spaß miteinander und die Stimmung war grandios.“ Da spielt es doch fast keine Rolle mehr, wer den „Goldpokal des Oldtimerlandes“ gewinnen wird. Der Pokal wird wohl im Hegau bleiben.

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