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Markdorf Noch keine Spur von Reisefieber

01.09.2004
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Reisefieber? Nein, die Killats sind ganz gelassen. Einen Tag vor ihrer Fahrrad-Reise nach China liegen die Nerven keinesfalls blank. "Es geht uns gut, wir fühlen uns von Tag zu Tag befreiter" schildert das Abenteurer-Ehepaar, das vor vier Jahren gemeinsam das Annapurna-Massiv zu Fuß umrundet hat. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die Wohnung muss am Mittwoch geräumt sein, was jetzt noch steht darf mit Zustimmung des Vermieters auf dem Speicher eingelagert werden. Die Versicherungen sind alle gekündigt - bis auf eine: die Reise-Krankenversicherung. Sie deckt zu minimalen Kosten alle Risiken ab. Und derer gibt es viele auf einer Fahrt bis ans andere Ende der Erde.

Das Unternehmen China ist von langer Hand geplant. Der Entschluss reifte vor vier Jahren in Nepal. Dorthin wollen die beiden auf jeden Fall auch. Doch das ist noch ein weiter Weg. Zunächst führt die Route durch heimatliche Gefilde nach Tuttlingen. Ziel ist die Donau. Und die soll Lina und Andreas Killat eine ganze Weile begleiten. Bis ans Schwarze Meer. Die Strecke ist eben, die Landschaft reizvoll. Die Räder haben ihre Feuerprobe bestanden. Vor zwei Wochen hat sich das Ehepaar mit voller Ausrüstung zu einer Probe-Fahrt um den See aufgemacht. 35 Kilogramm Gepäck trugen die Drahtesel. 45 Kilo werden es morgen sein - ohne Wasservorrat. "Die Räder laufen auch mit viel Gepäck sehr gut", lautet das Fazit nach der Probefahrt.

Zum Thema Gewicht: Bis sie ihr Ziel erreichen werden die Globetrotter aus Markdorf um einiges leichter sein. "Wir haben vorgesorgt", sagt Andreas Killat und streicht über seine Bauchregion. Vor drei Monaten hat er mit dem Joggen aufgehört, um Energiereserven zu sammeln.

Denn 25000 Kilometer in zwei Jahren zu fahren, ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Nicht immer werden die Straßenverhältnisse so angenehm sein wie entlang der jungen Donau. Andreas Killat denkt an die 3000 Kilometer zwischen Kirgisistan und Lhasa. Überwiegend Schotterpisten. Zur Abwechslung überqueren sie 5000 Meter hohe Pässe.

Doch zunächst führt die Route durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan nach China (Tibet). Weiter geplant sind Laos, Vietnam, Thailand, Indonesien, Australien und Neuseeland. Doch wirklich fest steht wenig. In der Wahl ihrer Routen sind die Killats flexibel.

SÜDKURIER ist dabei

Leserinnen und Leser haben die Gelegenheit, die Weltenbummler auf ihrer abenteuerlichen Reise zu begleiten. Für den Lokalteil Markdorf werden die Killats in der Serie "Mit dem Fahrrad bis nach China" regelmäßig in Wort und Bild berichten. Dazu gibt es noch ein Schmankerl. Geplant ist, SÜDKURIER-Aufkleber in der Nähe markanter Fotomotive anzubringen. Die Bilder davon werden in unserer Zeitung veröffentlicht. Leserinnen und Leser, die dort Urlaub machen sollten, sind aufgefordert, diese Orte zu finden und den SÜDKURIER-Sticker zusammen mit sich selbst zu fotografieren. Das Bild wird mit 25 Euro honoriert.

Winfried Thum


 
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