Markdorf Nach Anschlag in Berlin: Markdorfer fühlen mit den Menschen in der Hauptstadt

Der Anschlag in Berlin bestürzt die Bürger der Gehrenbergstadt. Eine SÜDKURIER-Umfrage zeigt jedoch: Überrascht sind die Wenigsten.

Die Tat eines bislang unbekannten Täters, der am Montagabend mit einem gestohlenen Lastwagen über einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz fuhr und dabei zwölf Menschen tötete und 48 weitere verletzte, hat das Land erschüttert. Am Tag nach dem Anschlag scheint in Markdorf alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Doch immer wieder schnappt man im Vorbeigehen das Wort Berlin, die Zahl der Toten und die Frage nach dem Täter auf. "Wir saßen vor dem Fernseher, als die Eilmeldung eingeblendet wurde. Es war ein Schock", erzählt Anna Marschall. Den ganzen Abend über habe sie die Nachrichten aus Berlin verfolgt. "Überrascht sind wir aber nicht, dass so etwas jetzt auch in Deutschland passiert ist", ergänzt ihr Mann Erich Marschall. Die beiden Markdorfer fühlen sich in der Kleinstadt zwar verhältnismäßig sicher, aber die Angst habe in den vergangenen Jahren doch spürbar zugenommen. "Jedes Opfer ist zu viel. Europa muss jetzt zusammenhalten und Lösungen suchen", so Anna Marschall.

Lydia Vogel erfuhr über Facebook von der Amokfahrt. Das soziale Netzwerk hatte seinen Nutzern über den Safety Check die Möglichkeit gegeben, sich für Freunde als "in Sicherheit" zu markieren. "Mein Freund ist Berliner und war an diesem Abend dort und noch kurz zuvor in der Nähe des Anschlagortes", erzählt die junge Frau. Künftig Märkte und andere Großveranstaltung meiden, wolle sie aber nicht. "Das kann überall passieren und es macht keinen Sinn, wenn wir uns jetzt alle einschließen.

" Ihre Mutter, Eva-Maria Vogel, schließt sich der Meinung ihrer Tochter an, ergänzt jedoch, dass sie während der vergangenen Monate sensibler beim Thema Sicherheit geworden sei. "Es ist jetzt keine konkrete Angst, aber man ist wachsamer geworden", so Vogel.

Obwohl Paula Selimi schon länger mit einem Anschlag in Deutschland gerechnet hatte, schockte sie die Nachricht aus Berlin. "Diese ganzen unschuldigen Opfer machen mich fassungslos. Ich hoffe, dass das alles bald ein Ende hat", so die Markdorferin. Auf ein Ende des Terrors hoffen auch Heide und Hagen Staudinger. "Als abends die Nachricht kam, wollten wir noch nicht über Täter und Motive spekulieren, man wusste ja noch nichts", erzählt Hagen Staudinger. Als am Dienstag dann klar war, dass es sich um einen Anschlag handelt, hätten sie darüber diskutiert. Trotz Krieg und Terror wollen sie sich in ihrem Alltag jedoch nicht einschränken lassen. "Wir haben keine Angst, das hilft niemandem", so Heide Staudinger. "Man fragt sich, wo das noch enden soll", sagt Helga Brändle aus Bermatingen. Auch sie überrascht es nicht, dass es nun einen Anschlag auf deutschem Boden gab. Dennoch ist sie verunsichert. "Eine Schreckenstat jagt die nächste, da macht man sich schon Gedanken." Ihr Lebensgefährte Siegfried Prawatschke ergänzt: "Das Ziel dieser Menschen ist es, Unruhe zu stiften – und das schaffen sie."

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