Markdorf Mit Trommeln, Fahnen und Fanfaren
Die Zuschauer am Wegesrand hatten gejubelt. Die 62 einzelnen Formationen hatten ihr Bestes gegeben: die Fahnen in erstaunliche Höhen geworfen, sich ebenso schritt- wie taktfest gezeigt und mit ihren Rhythmen eine ganze Stadt in ihren Bann gezogen. „Es war war einfach wunderbar“, freute sich Spielmanns- und Fanfarenzugführer Amann.
Das Feiern freilich sollte zu diesem Zeitpunkt am gestrigen Sonntagnachmittag noch lange kein Ende haben. Auch wenn etliche Gruppen sich bereits auf den Heimweg gemacht hatten. Weit genug war für manche die Heimreise ins Allgäu, an den Kaiserstuhl oder nach Nürtingen. In der Stadt verklang das helle Klingen der Schellenbäume, das vereinzelte Schlagen von Trommeln nur langsam.
Pünktlich um 14 Uhr hatte das Marschieren begonnen. Durch die Obertorstraße zogen die Gruppen und Züge gen Rathaus, um dort, von den Zuschauern durch Winken begrüßt, beklatscht und bejubelt, am Balkon mit dem Bürgermeister, den hohen Feuerwehr-Offizieren und jenen Männern vorbeizudefilieren, die vor einem halben Jahrhundert den Markdorfer „Spielmanns- und Fanfarenzug“ gegründet hatten.
Welch Beifall, wenn die Fahne nach steiler Bahn wieder sicher in den Handschuh des Tambour-Majors zurückfiel. Welch Winken für die kleinen Mädchen in ihren Trachten, herausgeputzt mit Litzen, Spitzen und kunstvoll gesteckten Hauben. Hier das geradezu huldvolle Winken der Trachtendamen, dort mal verlegenes Lächeln, mal ausgelassenes Lachen der Jüngeren. Zu einer gewissen Würdigkeit verpflichtet sind sie alle. Das bewirkt schon der strenge Schnitt ihrer Kleider.
Stolz schreiten die Wehrmänner in ihren Uniformen. Freundlich blicken die allermeisten, nur wenige wirken finster hinter ihren dunklen Sonnenbrillen. Aber auch die werden vom Markdorfer Publikum irgendwann aus Reserve gewunken.
Das Bild ist bunt, als die Gruppen sich in der Stadthalle versammelt haben. Bei Wurst und Wecken, bald beim Kuchen, kommen sie ins Gespräch: die Fahnenschwingerguppe aus der Gehrenbergstadt mit den prachtbunten Herolden aus Ihringen, den Landsknechts-Uniformen aus Überlingen oder Tettnang. Man kennt sich, man hilft sich bei den Jubiläumsfesten und man freut sich über die Erfolge der Kameraden.
Und Erfolg hat der Markdorfer Spielmanns- und Fanfarenzug reichlich gehabt am Wochenende. Es begann am Freitag mit einem Showbankett und zeigte am Samstag mit einem Wunschkonzert den Markdorfern, über welch harmonische Klangkörper nicht nur ihre Stadt, sondern auch die Feuerwehr des Kreises verfügt – waren doch die Musikzüge aus Kehlen und Überlingen zu Gast.
Siegfried Amann hatte allen Grund zur Zufriedenheit auch wenn der Jubiläumsumzug ruhig noch ein paar Zuschauer mehr verdient gehabt hätte.
„50 Jahre Bilanz…“, unten
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